Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Mythenmischung in der Hagada
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829472-2829480-2869404--16897-2869438- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Denn die VeMuthüng, baß ״Osarsyf von den Hebräern Osalsyf ^AbsMchen und die erste Hälfte desselben . mit 8ä1 oder kssssl identificirt worden sei" — eine Vermuthung, welche für Büdinger hinreicht, um daraus den ״Kern der Aussetzungsgeschichte" abzuleiten') — diese Vermuthung erklärt höchstens,, wie ')Die bezügliche Ausführung Büdinger's ist überhaupt höchst wunderlich und liest sich eher wie ein Stück talmudischer Dialektik als wie eine historische Untersuchung. Die ״Ausführlichkei t" bei der Beschreibung des Gefäßes, worin das Kind ausgesetzt wird, soll ״seltsam" sein. (Es ist nichts erzählt, was, wenn ausgelassen, der Leser nicht ergänzen müßte). Eine ״Wanne" wäre ״ausreichend", ein ״Geräth" (Keli) (nach ״Jes. 18, 12") ״verständli ch" gewesen. (Man denke sich im Deutschen erzählt, eine Mutter habe ihr Kind in einem ״Geräth e" ausgesetzt!! Die Berufung auf die Stelle in Jesaias ist verfehlt, da dort die Bedeutung von Keli als Boot nur aus dem Zusammenhänge zu erkennen ist.) ״Das Fremdwort Kasten (theb ah) verdeutlicht nicht nur nichts, son- ״dem die durch dasselbe-erweckte Vorstellung wirunmittelbar verändert. ״Der Zusatz nämlich, welcher das Verleimen und Ver- ״kitten der Papyrusblätter beschreibt, belehrt uns,' ״daß die Tochter Levi's überhaupt keinen Kasten, son- ״dern ein Korb nachm." Welche Grübelei in einer harmlosen fünf W o r t e umfassenden Notiz! Als wenn ein Kasten nicht a^uch chatte verpicht werden müssen! Vgl. die Arche Noah's!) Nun. kommt die Auflösung dieser angeblichen Schwierigkeiten. ״D e r K o r b ״aber heißt hebräisch 8al, mit dem Artikel ha8 8al. Wozu ״die wunderliche Umschreibung und die Scheu v.or ״eben demWorte, dess^enVorstellung verdeutlicht wer- ״d en soll? Antwort: Der Erzähler will den Anklang an OsaLsyf vermeiden!! —- Wenn an der betr. Bibelstelle etwas ״wunderlich" ist, so ist es, höchstens diese Exegese. Ich kann hierbei nicht unterlassen, auf eine noch seltsamere Auslegung aufmerksam zu machen. S. 9 (Sitzungsber. S. 45?) beruft sich Büdinger für seine Behauptung von der ״Fr ei geb u n g d e r P r i v a t c u l t e", in älterer Zeit auf den Such III B. M.^ 24, 15: ״Wer seinem Gotte fluchet, der soll seine Sünde tragen." Darin soll ausgesprochen sein, daß ״die Verfluchung seines (sic!) Gottes Je- -em auf eigene Gefahr, überlüffen wird," und dieser Ausspruch soll ״Cult e v o r au s s e tz e n, w e.l ch e׳ d e m Ermessen der Ei n z e t n e n üb erlas sen ward e n, wenn nur über diesen Ei nze l culten die Anerkennung des nennen G ottesbegriffes gewahrt blieb". (D. h. also: jeder kann gewiffen für die Privatverehrung geduldeten G ö t t e r n huldigen, aber dem e i neu Gott muß er