Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Mythenmischung in der Hagada
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829472-2829480-2869404--16892-2869433- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sosgengeschichte, wie zur Mythologie der Aegypter, Phömker u.' Griechen. 257 Sagengeschichte, wie zur Mythologie der Aegypter, Phömker u. Griechen. 257! weist schon die Gleichmäßigkeit dieser Phrase und ihres Gebrau- . I ches an diesen stellen darauf hin, daß es damit eine eigene Bewandtniß haben müsse. ׳. Um dieser auf den Grund zu kommen, ist es nöthig, an den Einfluß zu erinnern, welchen der Hellenismus auf das Ju> denthum ausgeübt, sowie an die Gegenbewegungen, die er hervorgerufen hat. Was jenen betrifft, so ward er vornehmlich durch die Vermischung von Jüdischem und Heidnischem, wovon die hier besprochenen und noch zu besprechenden Hagadas beredte Zeugnisse sind, dem Judenthume gefährlich. Was diese angeht, so interessirt uns hier nur dasjenige, was sich auf dem Gebiete der Hagada als ein Rückschlag gegen die ״griechische Weisheit" vollzog, was aber, bisher die gebührende Beachtung nicht gefunden hat. Die ausführliche Besprechung dieses Vorganges mir vorbehaltend, bemerke ich hier nur soviel, daß man, um das Eindringen von Göttersagen und sonstigen heidnischen Vorstellungen zu verhindern, die Hagada, welche diesen Import am mei- ׳ sten begünstigte, in eine dialektische Verknüpfung mit der heiligen Schrift brachte (Midrasch Ägada) und sie auf diese Weise gleichsam unter die Kontrolle derselben stellte. Dieses Verfahren aber, das höchst wahrscheinlich von R. Akiba ausgegangen ist, wie er dasselbe auch in die Halacha eingeführt hat'), ließ sich nicht überall mit gleicher Leichtigkeit in Anwendung bringen. Am wenigsten bei den auf dem Boden fremder Mythologien entsprungenen-Hagadas, die aber doch dem Bewußtsein sich bereits so tief eingeprägt hatten, daß ihre heidnische Abkunft chereits in Vergessenheit gerathen war. Hier konnte die Verknüpfung mit' der heiligen Schrift oft nur auf gewaltsame Weise und auf Grundlage nebensächlicher Vergleichungspunkte geschehen, ~ ') Ab. dir. Nath. c. 18 heißt es von R. Akiba "עשה כל החוח־! טבעות טבעות, er machte die ganze heilige Schrift zu Ringen" (um daran alle Lebensverhältnisse und Vorstellungen aufzuhängen). . 6»anfei, ättonatsfttcift xxv, 7. 17