Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die jüdischen Ethnarchen oder Alabarchen in Alexandria
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829472-2829480-2869403--16883-2869425- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die judäischsn Schnarchen oder Älabarchen m Alexandria. 249' alexandrinischen Judäern anvertraute Zollaufsicht über Nil und Meer haben ihnen die Kaiser gelassen und sie nicht unwürdig dazu befunden. Maxime vero eis (Judaeis) fidem olim ab regibus datam conservare voluerunt (imperatores) iti est fluminis custodiam totiusque custodiae (maris), nequaquam bis rebus indignos esse judicantes. Das will doch so viel sagen, weil die alexandcinischen Judäer den Kaisern dieselbe Treue und Anhänglichkeit bewahrt haben, haben diese ihnen den wichtigen Posten gelassen. Daß die alexandrinischen Judäer und die Arabarchen den Kaisern treu ergeben waren, geht mehr als aus einem Zeugniß hervor. Es ist bereits eben angeführt, daß die Judäer des Territoriums Onion gewonnen worden waren, für Cäsar Partei zu ergreifen, als dieser in Bedrängniß׳ in Alexandrien war. Daß die ägyptischen Judäer Augustus Dienste geleistet haben, ist zwar nicht ausdrücklich bezeugt, aber folgt daraus, daß er die Arabarchen, welche für die religiösen Angelegenheiten der Judäer nothwendig waren, bestehen ließ und ihtzen sogar ein gemeindliches Collegium gewährte. Indirekt ist es aber auch aus dem Hasse der letzten Cleopatra gegen die Judäer bezeugt, nachdem Alexandrien nach der Niederlage Antonius' in der Schlacht bei Aktium eingenommen war, daß sie Partei für Augustus genommen haben müssen (contra Apionem II 5): Novis81 me vero Alexandria a Caesare capta ad huc usque perduc ta est (Cleopatra), ut saltem liinc sperare posset se jndicaret, sj posset ipsa manu sua Judaeos perimere. Sie haßte die Judäer mit einer solchen Wuth, weil sie auf Seiten ihres Feindes Augustus gestanden haben. Noch ein anderes Zeugniß kann dafür geltend gemacht werden. Antonia, die zweite, Mutter des Kaisers Claudius, Nichte des Kaisers Aug u st u s von seiner Schwester Octavia und Antonius und gewissermaßen Schwiegertochter des Augustus (st? war Gemahlin des Drusus, des Sohnes der Lima, der in der Ehe mit Augustus geboren war), diese Antonia muß so viel Vertrauen in