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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 5 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension] / Fr. Gr.
Date
1876-01-01
Page
Seite 206 (sequence 3)
Language
German
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aber der damaligen Ausschreitung in der Auslegung, die nicht nach den Regeln der Sprache, den Gesetzen der Trennung und des Zusammenziehens fragt und die Verse nach Belieben hin- und herzerrt, eine Schranke ziehen (S. 9). Sein Bestreben ist mich darauf gerichtet, einen möglichst einheitlichen Bibeltext herzustellen (S. 15.) Gewiß sollte durch den Nachweis einer wesentlichen Uebereinstimmung zwischen den verschiedenen von Altersher überlieferten Bibeltexten der Vorwurf der von den Inden zu Gunsten des Talmud begangenen Fälschung beseitigt worden (v. Parchon Lex. Schluß des gramm. Theiles). Jedoch ist der Einfluß der hergebrachten mystischen Auffassung nicht ganz zu verkennen, deren Berechtigunger zuläßt, wenn sie sich der natürlichen Abtheilung des Verses (טעם המקרא) unterordnet, und dem Wortlaute der Schrift keinen Zwang anthut (v. S. 9 u. 15). Ueberhaupt scheint sein Plan, die Vermittlung zwischen der Tradition und selbstständigen Forschung gewesen zu sein, und es darf uns daher nicht wundern, wenn er von Aben Esra, Kimchi und Recanati neben Abulafja mit gleicher Verehrung spricht. Ziemlich frei ist N.'s Anschauung von der Berechtigung zur Conjectur der fehlerhaften Stellen in der Mas. (S. 15), die er sogar in mancher Beziehung für zuverlässiger als den Talmud hält (Tos. Nida 33). Nachmanides' Meinung zu Tractat B. Batra von der Strafbarkeit der Verbesserung eines Buches nach eigenem Dafürhalten sei dahin zu berichtigen, wo der vorgefundene Text verständlich und der Jrrthum nicht offenbar ist. Im Uebrigen zeigt Norzi wie im Commentar selbst, so auch in der Einleitung zu demselben weniger Originalität als unermüdlichen Fleiß im Sammeln. Und diese große Einleitung würde einen ganz geringen Raum einnehmen, wollten wir die angehäuften Citate daraus entfernen und die entlehnten Worte ihren Eigenthümern wiedergeben. Es soll das Auffallendste hier zusammengestellt werden.

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