Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 8)
- Language
- German
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202 Die Fabel in Talmud und Midrasch. Die hier der Fabel Vorgesetzte Lehre lautet: ״Qui pretium meriti ab improbis desiderat, bis peccat: primutn, quoniam indignos adjuvat; Impune abire deinde quia jam non potest “') Jndeffen möcht' ich doch nicht behaupten, daß diese Fabel ' durchaus aus der griechisch-römischen Literatur in den Midrasch übergegangen sein müsse; sie kann ebensogut auf jüdischem Boden gewachsen sein. Der Umstand, daß hier der Löwe anstatt des Wolfes figurirt, ist immerhin schon an sich zu beachten; er erhält aber größeres Gewicht durch folgenden weitern Umstand. Die Lehre der Fabel, wie sie Babrios, Phädrus und der Midrasch haben, finden wir schon bei Sirach XIl, 4 und 5. Da heißt es: 4. ״Sog n» svcsßsZ, 2) xal fiij ävTiMßt] rov afiaQrmlov. 5. ev nolv\cov xansivjß, xal firj 6wg dcsßsZ. Sfirzooicov %ovg af/rovg amov, xal firj dcp§ avcw, c'va fi rj sv avzoZg cs dvvaCTSvarj, 6171Xacta yaQ xaxä svQrjasig sv näciv äyai)0Zg olg av TCoirjCrja avriß.“ An diese Sirach-Stelle finden wir in mehren Midraschim eine fabelhafte Erzählung angeknüpft, die ihrem w e s e n t l ich e n Inhalte nach eine auffallende Aehnlichkeit mit unserer Midraschfabel hat. Thanchuma, Abschn. Chukkath, wird erzählt: מעשה באחר י) Lessing machte aus dieser Fabel die zusammengesetzte Fabel: ״Der Wolf auf dem Todtbett e." Zweites Buch. Fabel 4. ') Vers 7 lautet ganz so wie V. 4; nur daß es für ״svCsßsZ“ heißt: ״dyadtp,“