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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 5 · p. Seite 199

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 5
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1876-01-01
Page
Seite 199 (sequence 5)
Language
German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 199 ursprünglich angelehnt wurde, hätte also Rabbi Josua ben Chananja die über die verhüllte Zurücknahme des kaiserlichen Befehls zum Wiederaufbau des zerstörten Tempels aufzählung als eine Fabel hinstellen; denn entweder die Schwierigkeiten bestehen; so bestehen sie auch unter Julian, oder sie bestehen nicht: dann bestehen sie auch nicht unter Hadrian, tertium non datur! Da wir also von den verschiedensten Seiten bestätigt finden, daß Hadrian einst den Ent. schluß gesaßt hatte, den Tempel wieder aufbauen zu lassen: so ist gar kein Grund vorhanden, warum wir die Erzählung des Midrasch vom geplanten Wiederaufbau des Tempels in die Regierung Julians versetzen sollten, um uns noch eine neue Schwierigkeit mit dem ausdrücklich angegebenen R. Josua ben Chanansa auf den Hals zu laden, die wieder nur durch die Substituirung eines qui pro ijuo gelöst werden müßte! Beziehen wir aber die Erzählung aus Hadrian, dann paßt N. Josua ben Chananja als Vermittler außerordentlich zur Situation; erstens: weil er in sehr nahen Beziehungen zu Hadrian stand; zweitens: weil er, wie auch Grätz, Gesch. IV, S. 143, vermuthet, zur Zeit Hadrians, nach dem Tode R. Gamliels, wahrscheinlich das Patriarchat verwaltet hat; dadurch erhält auch das דהוא אסכלוסטיקא דאורייתא einen bessern Sinn. Vielleicht ist auch die Erzählung im samaritanischen Josua, K. 47, von dem Verrathe Jerusalems an Hadrian durch zwei Samaritaner, welche Stelle noch Allen Schwierigkeiten machte, so daß Münter auch Jerusalem in den Schauplatz des Bar Kochba-Krieges hineinzieht, Frankel und Grätz für Jerusalem Bethar substituiren, vielleicht ist sie identisch mit der Erzählung unseres Midrasch von der Verleumdung der Juden bei Hadrian durch die Samaritaner; nur haben sie in ihrer beliebten Großthuerei und Ruhmredigkeit die von ihnen ausgegangene Verleumdung der Juden und Hintertreibung des Tempelaufbaus zu einem durch sie herbeigesührten Falk und Auslieferung Jerusalems an Hadrian hinaufgeschraubt. Es mag auch wirklich hierbei zum Kampfe in unb vor Jerusalem gekommen sein; indem Viele, die sich nicht durch die Vorgebrachte Fabel werden haben beschwichtigen lassen, doch zu den Waffen gegriffen haben werden, wie auch der Midrasch wirklich gar nicht sagt, daß sich die Menge beruhigt hätte; und wie auch Rapp. a. a. O. sagt: ובראה שאש המרידה לא שקעה כולה ע״י פיזם רי״בח. Rappaport fand des erhärtet durch Eusebius und Spartian; so daß das Endresultat bei ihm lautet: ואין ספק א״ב שמלבד דברי רצוי של ר״י בן הנני׳ הוצרכו הרומיים גם לכה אנשי צבאם למען שכך המרידה הקטנה ההיא. Wenn es nicht zu gewagt wäre, würde ich noch einen, allerdings kühnen, Schritt weiter gehen. Midrasch Threni, 1, 48, wird erzählt: Hadrian ließ an drei, dort namhaft gemachten, Stationen Wächter aufstellen und durch Herolde verkünden: er beabsichtige an den Juden eine Wohlthat auszuüben; sie mögen darum zu diesem Zwecke sich versammeln, um die Wohlthat entgegen-

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