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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 5 · p. Seite 198

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 5
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1876-01-01
Page
Seite 198 (sequence 4)
Language
German
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198 Die Fabel in Talmud und Midrasch. Durch den Äortrag dieser Fabel, drie nach mein cm D asürch alte n a n den i h r hi er u n m i t t.el bar vorangehenden Schriftvers, Genes. 26, 29, auch sua ben Chananja den Mittelpunkt der Erzählung bildet, führt sofort auf Hadrian; üM so nehmen es auch Jost, Rappaport und Grätz. Rapp, brachte auch mehrfache Beweise für die Richtigkeit dieser Annahme herbei. (Erech Millin, Artikel Hadrian, 88 1, 2, 3.-. Prof. Grätz schaffte noch neues Beweismaterial herbei aus der jüdischen Sibylle im ersten Buche der Sibyllinen,׳ aus dem Barnabasbrief, Nr. 12 der alten Edition und aus der Tosifta, Adojoth III. (Grätz. Gesch. d. I. IV, Note 14.) Nicht so Asärja de Rosst. Er bezieht diesen ganzen Vorgang auf den unter Kaiser"Julian begonnenendoch durch die beim ersten Graben aus den Tiefen jervorgebrochenen Flammen wieder eingestellten, Tempelaufbau. - NatWich ist er gezwungen, aus R. Josua ben Chananja einen sonst ganz ünbekanüten Rabbi Josua ben Chanina des 4. Jahrhunderts zu machen. (Meör Enajim, K. 16.) Darnach wären die Samaritaner nicht die Verleumder, sondern die vom unbekannten Tradenten Verleumdeten. Frankel in seiner Antikritik zur Grätschen Recenston des Erech Millm lMonatsschr. a. a. O.) hat auch seine Bedenken gegen die Annahme, daß ider erzählte Fall sich unter Hadrian zugetragen haben sollte. Seine Haupteinwände sind : daß sich, bis auf diese fragliche Stelle, in der ganzerr Talmud- und Midraschliteratur keine Erwähnung hiervon findet, ״und itt^sdlchU" wichtigen Falle, meint er, ist Stillschweigen ein Beweis;" und dann das ^Auffallende, daß R. Josua ben Chananja eine äsopische Fabel ohne jede Beziehung zur heiligen Schrift vorgebracht und das Volk damit beruhigt haben sollte. ״Es scheint daher, meint er, de Rosst Ln nicht von der Wahrheit abgeirrt zu haben, als er die Erzählung des Bereich. Rabha von dem projectirten Wiederaufbau des Tempels in die Regierung Julians versetzte." Was damit gewonnen ist, und in wiefern dadurch die von Frankel hervorgehobenen Schwierigkeiten behoben sind, sehe ich nicht ein. Findet sich ja, bis auf diese.fragliche Stelle, auch von dem von Julian projectirten Wiederäüfbaü des Tempels, wie vonJulian überhaupt, was auch schon Grätz's Gesch. IV, N. 34. hervorhebt, keine Erwähnung in der ganzen Talmud-und Midraschliteratur! Kann sich also nichtsdestoweniger die Erzählung auf Juliän beziehen: so kann sie sich doch ebensogut auf Hädnan beziehen! und kann eine Fabel ohne jede Beziehung zu der Schrift von einem Gesetzeslehrer des 4. Jahrhunderts vorgetragen worden sein: so kann sie auch ein Gesetzeslehrer des 2. Jahrhunderts vorgetragen haben! (Uebrigens wurde sie gewiß, wie ich auch im Texte sage, mit Beziehung zu Gen. 26, 29, xörgetta^en.) Man müßte nur, wollte man die EchwientzkeiteÜ׳ gelten lasten, dm Knoten durchhauen und die ganze Cr-

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