Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Mythenmischung in der Hagada
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Simlai 1× ep/1007159
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188 Mythenmischung in der Hagada. Ein Beitrag zur jüdiscken Judaisirung einer entschiedenen Göttersage vollzogen war, endlich kommt in unserer Hagada ein Ausdruck vor, der als tvrminus letrlinious bei Mythenübertragungen gedient zu haben scheint, auf den ich weiterhin zurückkomme und der diese Ausführungen diplomatisch erhärten wird. Zunächst wollen wir die Spuren des HorUsmythus in der Hagada weiter verfolgen. So heißt es Nidda 31s. אמר ר׳ אלעור ״ .למה הולד דומה במעי אמו לאגו־ מונח כספל של מיםR. Eleasar sagte: Der Embryo gleicht einer Nuß, welche sich in einem mit Wasser gefüllten Gefäße befindet." Der Umstand, daß dieser Vergleich den wirklichen Verhältnissen entspricht, darf uns nicht vorweg bestimmen, ihm jedwede mythologische Grundlage abzusprechen. Denn die Schilderung, welche R. Simlai von dem Embryo giebt, ist der Hauptsache nach ebenfalls aus Beobachtungen gewonnen, während sie doch, wie wir gesehen, mit unzweifelhaft mythischen Zügen versetzt ist. Man braucht vielmehr nur mit dem Vergleiche R. Eleasar's die von Lepsius *) mitgetheilte Abbildung zusammenzuhalten, in welcher Horus erscheint, ״sitzend auf einer Lotus blume, welche auf dem Zeichen des Wassers ruh t," um eine auffallende Aehnlichkeit zwischen beiden zu entdecken. Es ist hier wie dort fast die gleiche Darstellung der Lage des Kindes im Mutterleibe, nur daß der ägyptische Lotus in der jüdischen Sage durch die Nuß ersetzt ist. Uebrigens erscheint auch die Nuß, wenigstens die Fichtennuß (nux pinea) nach Cuperus *) in Verbindung mit dem Osiris- und Harpocrates-Cultus, und in der That ist sie ein passendes Symbol des den Augen entrückten embryonischen Lebens, um welches sich ja dieser ganze Sagenkreis bewegt. Es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, daß jener mystische Segensspruch, welcher das Ehebette zu weihen bestimmt ist und in wel- ') a. a. O. י) a. a. O. p. 41.