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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 5 · p. Seite 187

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 5
Article
Mythenmischung in der Hagada
Date
1876-01-01
Page
Seite 187 (sequence 11)
Language
German
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- ״'־׳V' . 1׳־, ״׳»fv« 4 י,^^״ י ז״׳.ך Sagengeschichte, wie zur MythologiederAegypter, Phöniker u.Gtiech«n. 1'87 welche des Mythus von ״Horns dem Kinde" in ihrer synkretistischen Weise zu irgend einem uns jetzt nicht mehr erkennbaren Zwecke, vielleicht uin die Geburt irgend einer biblischen Persönlichkeit mit den jenem Mythus entlehnten wunderbaren Zügen auszuschmücken, —Lichterscheinungen spielen ja auch bei der Geburt Abrahams, Jesu u. A. eine Nolle ') — zuerst sich bedienten, bis der Mythus dann allmälig, seines heidnischen Cha? rakters entkleidet, als eine schöne Darstellung von dem Mysteriuni des embryonischen Lebens und des vorzeitlichen Zustandes der Seele angesehen wurde, in dieser Eigenschaft Beifall und, wenn auch nicht halachische (gesetzliche), so doch hagadische Autorität erlangte. Aus dem Umstande aber, daß die Hagada erst von einem spätem Lehrer — R. Simlai lebte im 3. nachchristlichen Jahrhundert — vorgetragen wird, kann unserer Ansicht von der frühzeitigen Uebertragung des Horusmylhus auf das jüdische Sagengebiet keine Widerlegung erwachsen: denn einmal weiß man, daß gar vieles erst von einem späteren Lehrer Angeführte ältere Ueberlieferung ist, dann beschränkt sich vielleicht die Autorschaft R. Simlai's nur auf die Beibringung der Schriftbelege, wofür auch der Ausdruck ״דרש״ spricht, a) weiter mußte ja allerdings lange Zeit vorübergegangen sein, bis die völlige i ') Wahrscheinlich ist der ״Stern" über der Geburtsstätte Jesu (Matth. 2, 9) mit dem Sonnenbilde oder dem Lichte auf dem Haupte des Horuslindes (das in manchen Abbildungen auch einen Stern trägt s. Ouxsrus ä. ä. O.) identisch. Auch bei Abrahams Geburt erscheint ein ungewöhn- (icher Stern am Himmel, s. Beer, Leben Abraham's S. 1., und bei Moses G eburt ist das Haus von Licht erfüllt. Megilla 14a. *) Indessen ist es nicht zufällig, daß unsere Hagada unter dem Namen R. Simlai's auftritt. Dieser Amora, den Grätz (Gesch. d. Jud. IV> 'S. 296 ff.) als den ״philosophischen Agadisten" charakterisirt, hatte sich auch in außerjüdischen Gedankenkreisen umgesehn, wie er denn in öfteren Polemiken mit christlichen Ki rchenlehrern begriffen erscheint. Außerdem mag darauf hingewiesen werden, daß sein Zeitalter auch das des Plotin «md Porphyrins ist, es lag damals der mystisch-allegorische Synkre׳ lismus von griechischen Philosophemen und orientalischen, jüdisch-christlichen Vorstellungen wie zur Zeit des Hellenismus in der Lust, n .! ( ’ .

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