Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Mythenmischung in der Hagada
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
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186 Mythenmischung in der Hägada. Ein Beitrag zur jüdischen Cvnxiri-riir^xm'ov) wurde. Die auf dieseWeise ent ft an־ dene Narbe oder Lücke blieb für alle Zeiten ein Zeichen der ״g e h eimnißv o ll en G e b u r t." ‘) Suidas verweist uns also mit feiner Erzählung sowohl wie mit der Hagada auf den Horitsmythns als auf den Boden, aus welchem beide in weiterer Ausbildung sich entwickelt haben. Auf der anderen Seite aber giebt uns erst die Hagada den Schlüssel zum Verständniß des von Suidas erzählten Heraiskusmythus, insofern sie uns belehrt, daß dieser ebenso wie die Hagada nur eine auf Grundlage der Horussage entstandene mythologische Erklärung des auf der Oberlippe des Menschen befindlichen Grübchens ist. Denn die Oberlippe ist unter, ״zo ■/,eU0$“ zu verstehn, aus welcher bei jedem Menschen ein Stück gleichsam ״vornweggeschnitten^ scheint. Daß der Mythus nur von Heraiskus spricht, ist eben mythologische Jndividualisirung einer allgemeinen Erscheinung. Wenn diese Ansführung, wie ich glaube, richtig ist, so würde hier der Fall vorliegen, daß eine ״abgeschmackte" Hagada eine griechische Sage erklärt, was zu behaupten Manchem freilich philologische Ketzerei dünken wird. Ist nun nach dem Bisherigen die Erwartung berechtigt, daß auch der leiseste Zweifel an der Abhängigkeit der talmudischen Hagada von dem ägyptischen Horusmythus beseitigt ist, so wird sich auch in Betreff des Weges, auf welchem der letztere in jüdische Kreise gelangt ist, schwerlich eine Meinungsverschiedenheit ergeben. Ohne Zweifel sind es Hellenisten gewesen, י) Xsyezat yäg xazeX&eiv and ,njg [zrjzgog, zolg %etXsG0v H%mv zdv xazaGiyaQovza däxzvXov, olov Älyvnzot fxvdoXoyovac yeviG&ac zdv ‘Üqov xai nqd tov ‘,ßgov w "HXiov. zoiyaqovv inst ot avvenetpvxst, zolg ytiXeGtv o däxzvXog, sdsrjtjrj zo/.1rjg, xtti dtifxetvnv äst zo yeZXog vnozsz(.17]/.wvov IdsZv SnaGc (paveqdv zo az]fX£lov z'rjg änoqq^zov ysvsGscog. Suidas s. v. 'HQcu'Gxog. Daß Suidas die Geberde auch dem Helios beilegt, ist für die gegenwärtige Untersuchung gleichgültig, erklärt sich übrigens aus dem Umstande, daß Horus als Sonnengott verehrt wurde.