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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 5 · p. Seite 185

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 5
Article
Mythenmischung in der Hagada
Date
1876-01-01
Page
Seite 185 (sequence 9)
Language
German
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P׳ÄP£?5S Sagengeschicht«, wie zur Mythologieder-Aegypter/PhSnikdru.GKecheiv '185 men und jene ebenso beibehalten wie das (Sonnen)-Licht. Auch die weitere Ausführung der Inschrift — ״er öffnet seine Augen und hat Aegypten erleuchtet, er hat gemacht (?) die Nacht zum Tage" — stndet in dem Verse aus Hiob ihren nicht zu verkennenden Nachklang. Es ist ferner nicht unwahrscheinlich/ daß das Wort לאורו״ (bei seinem Lichte)" in diesem Verse, so wenig auch אור etymologisch mit c‘S2Q0g, dem griechischen Namen des ägyptischen Gottes, wie Georgii') annimmt, zusammenhängen mag, durch die Lautähnlichkeit mit diesem Namen die Uebertragung oder Verbreitung des Mythus vermittelt und begünstigt hat, oder daß doch von dem Ersten, der jenen Vers anzog, eine Anspielung beabsichtigt war. Wenigstens dürfen wir dergleichen nach dem syukretistischen Verfahren, welches Hellenistische Schriftsteller in Bezug auf biblische Namen sicherlaubten, erwarten. Wie tief aber der Horusmythus in der von der Hagada ihm gegebenen Gestalt bei den Juden sich eingenistet hat, kann man aus folgendem Umstande ersehen. Noch heute herrscht in jüdischen Kreisen die Meinung, daß die Vertiefung oder das Grübchen auf der menschlichen Oberlippe von jenem Streiche hexrühre, welchen ein Engel dem Neugeborenen auf den Mund versetze *). Daß diese Vorstellung sich an den Horusmythus-lehne, bestätigt Suidas. Derselbe erzählt nämlich von Heraiskus, daß er mit einem an den Lippen angewachsenen Finger zur Welt gekommen sei, ״wie die Aegypter fabeln, daß Horus geboren wäre." Der Finger, berichtet Suidas weiter, konnte nur durch eine Operation abgelöst werden, wobei ״die Lippe" — welche sagt er nicht — ״vornweggeschnitten" ’) Pauly's Realencyklop. a. a. O. ') Die Angabe im סדר יצירת הולי (Bethamidrasch I, p. 154), daß der Engel dem Kmde einen Schlag ״unter die Nase (DVN NNN)" versetze, bezeichnet ausdrücklich das Grübchen auf der Oberlippe als die getroffene Stelle. : ־׳>״״,

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