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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 5 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 5
Article
Mythenmischung in der Hagada
Date
1876-01-01
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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henmMuW itvki -Hgkjada, EinBeitrag zurjüdischen Festungen eine Rolle spielen. Es. sind eben die Wochenstube und das Sterbezimmer . die. Schlupfwinkel, in welchen sich Aberglaube uud allerlei Sagenspuk von Alters her am liebsten einnisten,י) Aus dieser Thatsache begreift es sich, daß vorzugsweise solche Mythen, welche dem Gebiete der Theogonie und Apotheose angehören, in dem Sagenbereiche des Talmuds und der Midraschim deutliche Spuren ihres Einflusses zurückgelassen haben. Daß diese Spuren auf den Synkretismus der hellenistischen Periode zurückgehen, dürfte aus den folgenden Beispielen, aus einigen mehr, aus anderen weniger, int Ganzen aber mit Sicherheit klar werden, wie ich denn glaube, daß bei Verfolgung dieser Spuren es gelingen wird, für noch andere abgeschmackt scheinende Hagadas und wunderliche Notizen des Talmuds die richtige Erklärung zu finden. Daß aber diese Methode der Untersuchung auch denjenigen mythischen Vorstellungskreisen» welche auf das Judenthum eingewirkt haben, zu Gute kommen wird, läßt sich v oraussetzen und dürfte sich im Verlaufe dieser Abhandlung ergeben. In den. Mythos logien der Aegypter, Phöniker und Griechen — und diese sind V Kürzlich hat I. L. (Lauth?) in der ״Beil. z. Allgem. Zeit." 1876 W M S. 6S9 die Erscheinung der ״Magier" an d e i SB i ege I e fit (Matth. 2, 1) auf ägyptischen judcnchristlichen Einfluß zurückgeleitet und die schon, frühzeitig gebildeten Namen derselben (der ״heiligen drei Kömge") äüs dem Semitischen zu erklären versucht: Melchior-König oder Gesandter: von Jor (Aegypten), Balthasar- Herrschaft׳ Astur, Kaspar - Mron,Miste) Babyloniens (Sipara). Steinschneider (Zur pseudspigr. Literatur S. 13) hat in einer Handschrift (etwa des XV Kahrh.) einen Ta- ^iWHW'WMilmS^ke'bdr׳^'«nWdtt1tze« an der Stelle, wo die Tefillin gelegt werden, gefunden, in welchem dieselben Namen Vorkommen. Wahrscheinlich hat dieser Talisman zuerst in der Wochenstube Verwendung gefanden.'. (welche. Dermuthung di« Erzählung bei Matthäus nahelegt) und ist-beides, die evangelische Erzählung wie der mittelalterliche Talisman, der Rest eines bereits in hellenistischer Zeit entstandenen, nach seiner Ab- -ficht und Bedeutung nicht mehr, erkennbaren Synkretismus. Wegen des ^Sterns'', der Magier» der ebenfalls auf einem׳ Synkretismus beruht, vergl. weiter.

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