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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 3 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 3
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1876-01-01
Page
Seite 131 (sequence 6)
Language
German
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D ie Fabel in Talmud und Midrasch 131 leistet, desto voller nimmt er den Mund, und muß er ihn nehmen; je m e h r Einer leistet, desto weniger spricht er darüber, und braucht er darüber zu sprechen. Veranschaulicht wird dieser Gedanke durch die Gegenüberstellung dieser beiden Ströme. Der segenreichere Euphrath fließt in bescheidener, geräuschloser Stille dahin; während der weniger befruchtende Tigris mit furchtbar lärmendem Geräusch seine Ufer erfüllt. Im noch jüngern Midrasch, Koheleth Rabba, K. 10, erscheint diese Fabel ebenfalls, aber schon in fast ganz aramäis ch e m Sprachgewande in umgekehrter Ordnung; der jüngere Tigris-Theil zuerst, und der ältere, ursprüngliche Euphrath- Theil zuletzt; sich anlehueud an ihre gleiche Reihenfolge in der Schöpfungsgeschichte. Koheleth Rabba setzt auch schon die Zwillingsfabel als bekannt voraus; so daß er sie nicht nur als Zeugniß anführt, sondern sie geradezu als tradirten Commentar der dort in Rede stehenden Bibelstelle betrachtet. Es heißt daselbst: ורכנן מדמין ליה להדק קרירה ושם הנהר השלישי חרקל אומרים לחרקל u. s. w. Hier wirb die Fabel — weil angeblich nur sie den Sinn des Schriftverses klarlegt — als so eng verwachsen mit dem Schriftverse angesehen, daß sie bei Berufung auf ihn in dem dort gebrauchten Sinne unzertrennlich von ihm erscheint. An den drei e r st g e n a n n t e n Stellen folgt unmittelbar auf die Euphrath-Tigris-Fabel die ihr ganz ähnliche Fabel: Die Wald- und die Fruchtbäume Sie lautet, der vorigen Fabel genau nachgebildet: אומרים אייל אין אנו צריכין (I. B.;לאילני מאכל למה אין קולכם הולך (נשמו עלינו. אומרים .לאילני סרק למה קולכם (I.׳ B. פיחחינו מעידין (מודיעין קולינו ונראה (הלואי גם כי נשמיע lJ. B. הולך איל הלואי נשמע (נשמיע (I. I. קולנו שנשמע ונראה. Beide Fabelpaare sind uns bis auf die Stelle in Beresch. Rabba anonym mitgetheilt. Bereschith 9*

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