Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829472-2829476-2869205--16735-2869249- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Fabel in Talmud und Midrasch 149 erblicken. Vielleicht ist sie schon während des ersten Exils entstanden, wo die Juden zum ersten Male in die Euphrathländer gekommen waren unb die sanfte und ruhige Strömung des Euphrath zu beobachten Gelegenheit hatten. Sie lautet im Sifrä zu Debarim, Piska 6 -. הרי כל הנהרות אומרים לפרת מפגי מה אץ אחה משמיע קולך כדרך שקולינו הולך למרחוק אמר להם מעשי מוכיחים עלי זורעים עלי וריעה עולה לני ימים נוטעים בי נטיעה עולה לשלשים ימים הרי הכתוב משבחני ער הנהר הגרול נהר פרת.') Die Lehre der Fabel ist klar, wenn sie auch nicht beigegeben ist: Ersprießliches Wirken verkündigt sich, wenn es auch in geräuschloser Stille geschieht. *) Noch mehr als die oben besprochenen Punkte spricht für das hohe Alter dieser Fabel der weitere Umstand, daß sie selbst der Sifre schon als bekannt voraussetzt und sich auf sie, als auf etwas Allbekanntes, beruft. Die Fabel wird dort angelehnt an das Schristwort Debarim 1, 7 עד הנהר הגדול נהר פרת. Nach anderen dort vorangehenden, im Geiste der damaligen Zeit liegenden, etymologischen Spielereien heißt es: ד״א נהר פרת שפרה ורבה עד שעוברים אותו בספינות רדי כל הנהרות אומרים לפרת u. s. w. Zuerst wird also die Erklärung gegeben, ,dann wird als Beweis für die Richtigkeit der Erklärung die Fabel angeführt und mit dem Wörtchen הרי eingeleitet, das soviel sagen will, als: sprechen ja doch alle Ströme zum Euphrath! d. h. ist ja die Fabel bekannt, wonach alle Ströme MM Euphrath sprechen u. s. w. Durch das Wörtchen הרי soll hier die Fahel als a l t e r und darum competente r Zeuge für die Richtigfett ber vorangehenden Erklärung angerufen werden; wie ja der unb ek 6 nute Dichter in der Fabel selbst den Euphrath so wunderschön die heilige Schrift als alten, aüerautentischsten Zeugen für die Wahrheit seines Autopanegyrikus ebenfalls anrufen läßt in den Worten: ה ר י הכתוב משבחני u. s. w. ״preist mich ja doch die Schrift!^ ist ja das mich preisende Schxiftwoct allbekannt! BeidsMale . drückt das הרי das Me und Bekannte und darum auch Authentische des Beweismaterials aus, und darum wird zuletzt aus der Fabel der Beweis für die Richtigkeit der vorangegangenen Erklärung hergehvlt in den Worten: מלמד שפרה ורבה ער שעובריבש אותו בספינות. Diese Fabel war also schon damals allgemein bekannt. Ich mache hier nur noch daraus aufmerksam, daß die Fabel nur das!שפרה ורבו Nachweisen soll, wovon der Name פרת dort hergeleitet werden will. Das עד שעובריבש אותו בספינות ist nur nebensächlich angefügt Warum Friedman für מלמד ומלמד lesen will, ist mir ganz unverständlich; n u r mit מלמד giebt die Stelle einen guten Sinn. Sr«• 11i, MoxatSschrtft xx v. 3. 9