Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Karäische Studien
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 19)
- Language
- German
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MMfche StudM. ■ii >!׳.- ‘ den wäre. Wir finden aber, daß Hadassi nicht nur nicht dasselbe berichtet, daß er vielmehr grade das Entgegensetzte im Namen derselben Alten vorträgt, welchen der Schreiber unseres Briefes zu folgsu vorgiebt. Unser Brief beginnt mit den Worteil: אשר שאלח כמכחבך השני. Dies setzt das Vorhandensein einer früheren Correspondenz voraus. Wenn unser Brief eine Fälschung ist, so hat der Fälscher bannt dem Einwande begegnen wollen, daß der Inhalt unseres Brieses mit dem aus der eben angeführten Eschkol- Stelle bekamiten Gutachten an Tobia aus Jerusalem doch eigentlich gar nicht übereinstimnie. Er läßt nun Tobia ein ziveites Mal nach Jerusalem eine viel allgemeinere Frage richten und allch eine universellere Antwort empfange». Mehr als auffällig finde ich die Mittheiluug lenseres Briefes über den Brauch der Gemeinde in Jerusaleni, den Saatenstand der Felder Damask's und Aram Nahraim's am 23. Schebat untersuchen zu lassen, den Paffus von ואנחנו מחפשים bis בניסן חקא ולא באיר. So viele Worte, möchte ich sagen, so viele Unwahrheiten! Sowohl der Ort, wie die Zeit der Untersuchung des Saatenstandes behilfs Feststellung des Jahrescharakters respective des Monates Nissan in Jerusalem sind unrichtig. Es wäre unerhört, daß man schon 50 Tage vor פסה den Saatenstand untersuchte und von diesem Befunde auch die Dauer des Monats אדר abhängig machte, also bei der Bestimmung des Neumonds Nissan durch einen Calcul vom 23. Schebat, von welchem angefangen man bis Peßach 50 Tage zählen sollte — eine Art Vor-,ספירר, — gebunden märe, und dabei nicht ע" פ הראייה, sondern ע״פ החשבון vorgingen. Dem אביב zu Liebe wäre der הרש geopfert. Und doch ist ja Beides gleich sehr den Karäern ans Herz gewachsen! Wir haben es aber nicht nöthig, blos unser Gefühl sprechen zu lassen, welches sich gegen die Zumuthung sträubt, daß wir glauben sollen, die Karäer Jerusalems hätten am Neumonde