Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Karäische Studien
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 10)
- Language
- German
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Karmsche Studien,. 63 Monatstag in der Jerus. Recension angegeben ist. Warum hat aber der im Copiren von Handschriften, Titeln und Daten so sehr erfahrene Greis nicht darauf ebensoviel Rücksicht genominen, wie auf die Variante bezüglich der Jahre? Wußte er doch sehr wohl, daß ein bestimmter Monatstag nach genau 100 Jahren nicht auf denselben Wochentag falle! Es find nun be׳ züglich des Tages zwei Fälle möglich: Entweder variiren die beiden Codices auch darin, dann verdient keine der beiden Lesarten die geringste Glaubwürdigkeit, weil eine so weit gehende Divergenz unter normalen Verhältnissen unmöglich ist, weshalb auch diese Annahme sehr unwahrscheinlich ist; oder die Recenfron in Jerusalem stimmt darin mit dem Goslower Texte überein, dann wird untersucht werden müssen, zu welchem seleucidischeu Jahre der Wochen- und Monatstag besser paßt. Es wird aber auch das Verhältniß des seleucidischen zum Hegra-Jahre in beiden Recensionen mit in den Kreis der Untersuchung ge» zogen werden müssen. Auch diesbezüglich ist das Stillschweigen Firk.'s sehr beredt. Er findet, daß zwei Recensionen einer und derselben Handschrift genau um 100 seleucidische und ebenso viele Hegra-Jahre variiren, und er acceptirt die eine von den beiden Lesarten, ohne darauf die Aufmerksamkeit zu lenken, daß zwischen 100 seleucidischen Jahren und 100 Mondjahren, wie die der Hegra, doch eine dreijährige Differenz vorherrsche, welche ein gleichmäßiges Hinauf- oder Herabrücken beider Jahresarten um 100 unmöglich macht. Wir sagen, ohne die Aufmerksamkeit darauf zu lenken; denn daß Firk. Alles das nicht gewußt oder nicht beachtet hätte, ist völlig undenkbar. Er selbst würde wohl lieber den Vorwurf einer leichten literarischen Unehrlichkeil, als den einer so craffen Ignoranz ertragen haben. Ich vennuthe vielmehr, daß Firk. gerade deshalb die Lesart der angeblichen Jerus.-Recension so sehr freudig acceptirt und in seineu Text ausgenommen hat, weil das Jahr 1321 seleucidisch n!ii dem Jahre 399 Hegra übereinstimmt, während 1221 sel.