Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / D. S.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 569 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensron. 569 Genusa bekannt ist. Im dritten Abschnitt wird durch ein Hauptbeispiel gezeigt, daß seine Auffassung von den Hagadoth durchführbar sei. — Hieran schließen sich 3 Abhandlungen, l. über die Frage, warum der eine gut, der andere böse sei, mit welcher noch die hieran sich schließende behandelt wird, wie sich göttliche Allwissenheit, die ja zugleich Allmacht sei, mit menschlicher Willensfreiheit vertrage. Diese letzte Frage löst Hillel ganz im Anschluß an Maimonides (8 Capitel) und beantwortet dann in einer mehr als gewöhnlich schwachen Darlegung die Hauptfrage dahin, daß Rüben durch wesentliche, in der Natur des Menschen liegende, Antriebe zum Guten geführt sei, Bileam nur durch zufällige, accidentelle Ursachen zum Bösen. II. untersucht, ob die Sterblichkeit den Menschen als Strafe für Adams Sünde anhafte, wie scheinbar eine Hagada lehre. Das Resultat ist: Adam selber hat der Tod als Strafe für sein Vergehen getroffen, die anderen Menschen sterben aus natürlichen Gründen, die in der Entstehung und Zusammensetzung des Körpers zu suchen sind. In III. wiederlegt er die auch unter seinen Glaubensgenossen allgemein herrschende Meinung, daß es gefallene Engel gebe. — Ueber die beigegebenen Kleinigkeiten verweisen wir auf das Buch selbst. — Um kurz unser Urtheil über Tagm. Han. selbst hinzuzufügen, müssen wir sagen, daß Plan und Anlage des Buches nicht schlecht sind, aber die Ausführung entspricht dem Entwürfe nicht. Die Gedanken sind nur selten in überzeugender Weise dargestellt, so daß im Ganzen das Buch nur ein mittelmäßiges genannt werden kann. Sein hohes Jntereffe behält es jedoch als culturhistorisches Document, als Zeugniß von dem Standpunkte der philosophischen Forschung unter den Zuden zu jener Zeit. Als Hillels Quellen haben sich schon gezeigt: die Bibel, der gesammte talmudische Stoff, Aristoteles mit dessen Erklärern bis auf Averroes, gegen den die beiden anderen gro׳ ßen Peripatetiker Alfarabi und Avicenna ziemlich in Schatten treten, und dann sein geistesverwandter Glaubensgenosse Moses