Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / D. S.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 565 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Reeenfiön. 565 des Wortes; was Mbel und Talniud ihn lehrten, hielt er fest. Aber er war zugleich ein Denker, der sich dem Aberglauben abwandte und nicht altern Glauben schenkte, weil es in irgend einem Buche geschrieben stand. In seinen jüngeren Jahren war er noch nicht zur Klarheit gekonimen, wie er die Wundererzählungen der Bibel mit der aristotelischen Philpsophie ausgleichen sollte. Ein in sehr derben Ausdrücken abgefaßter Brief von Serachja b. Isaak (in Ozar Nechmad II von Kirchheim milgetheilt) zeigt uns, daß er sich nicht immer mit dem maimonidischen Standpunkt auseinander setzen konnte. Der eine Brief in Chemda Genusa, der in feinem vorgerückten Alter abgefaßt ist, zeigt uns eine Umwandlung: er hebt den ״Führer" in die Wolken und ist bereit, bei einer eventuellen Disputation als Maim.'s Kämpe in die Schranken zu treten. Auch in dem ungefähr zur selben Zeit abgefaßten Tagmule Han. erwähnt er immer Maim. mit der größten Ehrerbietung, ohne ihm doch überall zu folgen. So nimmt er, wo bei einer einfachen Auslegung wirklich ein Wunder in Bibel oder Talmud berichtet wird, es rückhaltslos an und bedient sich der Theorie von prophetischer Vision nur da, wo sie ohne Zwang paßt. Auch in der Unsterblichkeitslehre weicht er von Maim. ab. Während dieser nur der höchsten Form der menschlichen Seele, insofern sie nämlich denkend ist, das ewige Leben verspricht, schreibt Hillel Cf. 9 b Z. 25) auch dem Empfindungs- und Begehrungsvermögen Fortdauer nach dem Tode zu. Das Buch fängt damit an, wie nothwendig es fei, die rechte Meinung von der Seele zu hegen, man könne sonst durch eine Reihe von Schlüssen zu dem höchsten Irrglauben, zur Annahme nämlich, daß Gott körperlicher Natur sei, geführt werden. Hillel hat sein Werk angelegt, um für denjenigen, der die rechte Einsicht sucht, bei dem er jedoch (6 a Z. 24) philosophische Vorbildung voraussetzt, in Kürze und klar dasjenige darzustellen, was sich in Philosoph. Werken v ersprengt findet. Er reproducirt jedoch nicht