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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 12 · p. Seite 560

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 12
Article
Zur Geschichte der Juden von Bordeaux
Date
1875-01-01
Page
Seite 560 (sequence 5)
Language
German
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560 Zur Geschichte der Juden DM Bordeaux.! mit, der nur wegen Jonathan @ i 6 e f ch ütz, der ihn veranlaßt hat, einiges Interesse hat. Es wirst nämlich ein eigenthümliches Licht auf den Charakter dieses ohnehin nicht besonders idealen Rabbiners. Die portugiesischen Juden in Amsterdam, London, Altona und Hamburg, welche in Folge ihres Wohlstandes sich eine luxuriöse Tafel erlauben durften, pflegten den vortrefflichen Bordeaux-Wein für dieselbe zu beziehen. Da sie aber nur Kascher-Wein trinken mochten, so sorgte die Gemeinde von Bordeaux oder ihr Rabbiner für die Zubereitung eines solchen. Die Weinfässer wurden versiegelt und mit einein Certificat vom Rabbinate versehen. Dafür zahlten die Wein- Händler 4 Frank für die Tonne, und diese Revenue wurde für die Armen verwendet. Jonathan Eibeschütz, welcher acht Jahre Rabbiner von Metz war, kannte diese Procednr, trank wahrscheinlich auch hin und wieder ritualmäßig bereiteten Bordeaux- Wein, und hatte wenigstens die ganze Zeit hindurch die Glaub- Würdigkeit des Rabbinats von Bordeaux nicht in Zweifel gezogen. Kaum hatte er aber den Rabbinersitz der Drei-Gemeinden Altona-Hamburg-Wandsbeck eingenonunen, als er in der Gemeinde bekannt machte, daß der Bordeaux-Wein von frommen Juden nicht gebraucht werden dürfe, weil das Zeugniß des Rabbinats verdächtig sei. In Folge dessen erlitten zwei christliche Weinhändler in Hamburg, welche bis dahin für jüdische Käufer Kascher-Bordeaux-Wein bezogen hatten, einen erheblichen Verlust und sandten eigens (1751) einen wahrscheinlich von Eibeschütz designirten jüdischen Aufseher mit einem Gehülfen nach Bordeaux, um die Weinbereitnng zu überwachen. Da diese Weinhändler zwei Personen besolden mußten, so weigerten sie sich, die Taxe von 4 Frank pro Tonne an die jüdische Gemeinde von Bordeaux zu zahlen. Die Gemeinde bestand aber darauf, und der Vorstand sammt dem Rabbinat verbot den Mitgliedern der Gemeinde, bei der Käscher Wein-Bereitung in den Weinbergen für die Hamburger Firmen thätig zu sein. Da-

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