Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Zur Geschichte der Juden von Bordeaux
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 559 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der Juden von " 's"''^ -׳ ע -י- ‘ ־* "- ־־״ .k-Ess!M^ wenn auch nicht, wie int sechszehnten Jahrhundert gehäMU,^ doch anders behandelt als die Lutheraner, die, wenn sie es 'ge-V wagt hätten, sich im päpstlichen Gebiete blicken zu lassen, dems Scheiterhaufen verfallen wären. Von Avignon ans siedelten sich ’ allmälig Juden in Bordeaux an, und auch diese wurden da stillschweigend geduldet. Gab cs einmal Inden in Frankreich, warum sollte der Fiscus nicht den Nutzen von ihnen ziehen, den sämmtliche Inden r duldende Fürsten in der Christenheit von ihnen hatten? Man wollte also den Portugiesen in Bordeaux eine Judensteuer auflegen, wie sie die Juden von Metz und Elsaß leisten mußten, und sie versprach um so ergiebiger zu werden, als sie unverhältuißmäßig reicher als die Juden tu den ehemaligen deutschen LandeStheilen waren. Wollte Ludwig XIV eine Jrrdensteuer von denen in Bordeaux ziehen, so mußte er sie als Juden auerkenueu, und so kam es, daß sie noch unter diesem Könige die Maske des Pseudochristenthums allmälig lüften drrrften. Unter der Regentschaft und unter dein schwachköpfigen Ludwig XV durften die Juden von Bordeaux noch viel weiter gehen und ihre Religion ganz frei bekennen. Sie hatten bereits sieben Synagogen, von bcneu eine die allgemeine war, eine den Juden von Avignon gehörte, und fünf Privatsynagogen, von denen eine David Gradis gehörte, eine andere Henriques Lopes, ferner Leon Paixotto, F e r e y r a und einem nicht genannten portngiesisch-jtidischen Neichen. Die Juden von Bordeaux hatten auch in derselben Zeit ein Rabbiuatscollegium von drei Männern: Abraham Fereyra, Jacob Men des und Abraham Lopes. Diese Rabbineu sind wahrscheinlich vom Auslande, von Afrika, Italien oder Amsterdam bezogen worden. Denn in Bordeaux gab es schwerlich ein Lehrhaus für den Talmud, in dein sich Nabbinen hätten ausbilden können. Malvezin theilt noch airs dem Archivmaterial einen Prozeß