Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 551 (sequence 12)
- Language
- German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 581 Gehen wir jetzt den Text nach dieser Auffassung durch; so werden wir in ihm die von mir vorgenommene Gruppirung der Fabeln in Baum- und Thierfabeln und ebenso die reichere Mannigfaltigkeit in der von ihm nur weiter entwickelten Baumfabel als in der von ihm erfundenen Thierfabel klar und deutlich ausgedrückt finden. ,וידבר שלשת אלפים משל ויהי שיח חמשה ואלף. Un d in diesem משל, in diesen Gleichnissen eben redete er auch, wenn auch nicht ausschließlich, da nicht alle Gleichnisse Fabeln waren, על העצים מן הארז אשר בלבנון ועד האזוב אשר יוצא בקיר וידבר על הבהמה ועל העוף ועל הרמש יעל הדגים. Das zweimalige וידבר will offenbar die Fabeln in die zwei Gruppen der Baum- und Thier fabeln theilen; sonst wäre die Wiederholung des Wortes וידבר vor בהמה ganz überflüssig, wie es auch vor עוף und רמש uu'& דגים nicht wiederholt wird. Und zwar wird zuerst die schon reich entwickelte Baum fabel genannt und mit besonderem Nachdrucke mitgetheilt, wie sie sich schon auf alle Gegenstände des ausgedehnten Pflanzenreiches ״von der mächtigen, riesigen Libanonzeder bis zum unscheinbaren Wandisop" erstreckte; dann ist kurz die Rede von der erst entstandenen und darum auch weniger entwickelten Thierfabel. *) Und es ist merkwürdig, wie genau wir durch unsere Darstellung den Entwickelungsgang der Fabel in der hebräischen Literatur beobachten und verfolgen können. Zuerst tritt Jotham auf mit einer reinen Baumfabel, in der ausschließlich Bäume reden und handeln; dann tritt Salomo auf und dichtet Baum- und Threrfabeln; jene entwickelt er, diese erfindet er; später endlich tritt •) Nach der mehrfach erwähnten Recen. in Frankels Monatsschr. 1860, hält Landsberger die ״Pflanzenfabeln" für jünger als die Thierfabeln; ich glaube aber den Nachweis für das höhere Alter der Bäumfabel geliefert zu haben.