Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 546 (sequence 7)
- Language
- German
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546 Die Fabel in Talmud und Midrasch. zu diesem Lehrzweck in der ältesten Fabel der Richtersohn Jotham den verblendeten Sichemiten den Oelbaum, den Feigenbaum, den Weinstock und den Dornbusch vor, um ihnen den geistig-sittlichen Abstand zwischen Abimelech und seinem ganzen Vaterhause so recht klar und deutlich vor die Seele zu führen. Und zwar läßt Jotham, n. m. A., darum drei edle Pflanzen die Krone ablehnen, weil der Vater Gideon, wie wir ans Richter 8, 23 wissen, für sich u n d s e i n e K i nder die ihm von israelitischen Stämmen angebotene Krone abgelehnt hat. Der Oelbaum ist also das Bild des Vaters, Gideons, der Feigenbaum das Bild der von Abimelech ermordeten Brüder und der Weinstock das Bild des einzigen übrig« gebliebenen Jotham. Joasch, der König von Israel, wird von A׳.nazjah, dem Künige von Juda, zum Kampfe herausgefordert. Joasch, darüber entrüstet, daß der König des kleinen Zwei stämmereichs den Muth und die Stirne hat, ihm, dem König des großen Zehnstämmereichs, den Krieg zu erklären, läßt in stolzem Machtbewußtsein den Amazjah warnen; indem er ihm den ungeheuern Abstand zwischen dem kleinen, schwachen Juda und dem groß en, sta r k en Js-!דקליס ושיחת מלאכי ■שרר. Darunter sind orakelhafte Aussprüche verstanden. Die andere Disciplin bilden die משל ורז כובסים ומשלות שועלים, die Fabeln. Im jüngeren Trakt. Sopherim ist diese scharfe Scheidung nicht mehr beibehalten; dort, K. 16, H. 9, sind schon untereinandergeworfen: שיחת עציבם ועשבים שיחת חיות ובהמות ושיחת שדים; man sieht aber aus den erst darauf folgenden ומשלות, daß dort früher überhaupt weniger von Fabeln, als von den verschiedenen, den Alten mysteriös erschienenen Stimmen im Reiche der Natur die Rede ist. Darum ist auch!שיחר מלאכי חשרת dort weggelassen, und auch das unmittelbar vorangehende: אפי׳ כל חלשובות, das alle dort nachher einzeln angeführten r שיחת summansch zusammenfassen soll, entspricht mehr diesem Sinne. Eigenthümlich faßt Rabbi Samuel ben Meir שיחת שדים ושיחת מו!"ש auf. Er sieht darin Beschwörungsformeln für Dämonen und Engel.