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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 12 · p. Seite 545

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 12
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1875-01-01
Page
Seite 545 (sequence 6)
Language
German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 545 sicht- und erkennbaren CH arakter abstandes zwischeu den einzelnen Wesen im Naturreiche den für die Meisten Ansicht - und unerkennbaren geistigsittlichen Abstand zwischen den einzelnen Kindern des Menschengeschlechts vor die Seele führen. — Und weil dieser Charakterabstand zwischen den verschiedenen Pflanzen, namentlich Bäumen, noch sicht- und erkennbarer ist, als zwischen den verschiedenen Thieren, darum gehen in den ältesten Fabeln die Ne den und Handlungen von den Bäumen aus.l) So führt י) Uebrigens regte auch das geheimnißvolle Rauschen der Bäume den Menschengeist zur Fabeldichtung an; wie die Völker des Alterthums im Rauschen der Bäume Weissagungen für die Zukunft erkannten, welches letztere der Talmud: ש י ח ת ד ק ל י ם n e n n t, wie es Rabb Nathan aus Rom in seinem Aruch 8. v. 1 סח, richtig auffaßt, n i ch t aber wie es Rabbi Samuel ben Meir in seinem Commentar zu Baba Bathra, S. 134, nimmt, dem auch Zunz, gottesd. Vorlr. S. 100, Anm. a, zu folgen scheint, daß darunter geradezu Fabeln verstanden seien; darnach hätte erstens ihre besondere Erwähnung und Benennung keinen Sinn, da von Fabeln in Sukkah erst unmittelbar darauf, und in Baba Bathra er st unmittelbar vorher, die Rede {st; dann zeigen aber auch die unmittelbar vorangehenden Ausdrücke: שיחת שדים, שיחת מלאכי השר ת, daß hier nich t vonFabeln, sondern von wirklich geglaubten orakelhaften Aussprüchen die Rede ist. Von Zunz ist es um so auffallender, daß er in: שיחת דקלים nicht orakelhafte Gespräche der Bäume erkennt, als er gottesd. Vortr. S. 164, in den correfpondirenden:שיחת מלאכי השרת ושיחת שדים׳ j a ״G es präche der Engel und der Dämonen" erblickt. Entweder hätte er: שיחת מלאכי חשרת ושיחת שרים, auch wiedergeben muffen mit: Fabeln der Engel und der Dämonen oder er müßte in שיחת דקלים auch nur ora• k elhaf1e Gespräche der Bäume erkennen, aber keine F a b e ln. Hätte der Talmud unter שיחת דקלים wirtlich Fabel n verstanden, so sehe ich nicht ein, warum sie nicht ebenso מש?1ת דקלים genannt werden wie die anderen Fabelgattungen, in Sukkah unmittelbar darauf, und in Vab. Bathr. unmittelbar vorher: משלות שועלים ומשלות כוכםיכם heißen. Man sieht, daß der Talmud hier zwei verschiedene Disciplinen scharf von einander scheidet. Die Eine Disciplin bildet die Gruppe: שיחת מלאכי חשרת ושיחת שדים ושיחת דקלים, oder, wie die Reihensolge in Bab. Bathr. noch bezeichnender ist: שיחת שדים ושיחת Sr ante 1, Monatsschrift XXIV. 12. 35

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