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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 11 · p. Seite 508

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 11
Article
Zur Geschichte der Juden von Bordeaux
Date
1875-01-01
Page
Seite 508 (sequence 9)
Language
German
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508 Zur Geschichte der Juden von Bordeaux. Interessant sind folgende Einzelnheiten aus den Erlebnissen der Bordolenser Pseudochristen, welche Malvezin mittheilt. Während des fanatischen Krieges der Ligue und Phlipps II gegen Heinrich IV. als sich ein spanisches Heer Bordeaux näherte, wurden die Marranen von zwei Seiten bedroht. Die Bevölkerung beschuldigte sie als Spanier des Einverständnisses mit dem Feinde und verlangte ihren Tod, und die Befehlshaber der spanischen Armeen, welche sie als fluchwürdige Apostaten verdammten, entwarfen eine Proskriptiorlsliste für sie im Falle der Eroderung der Stadt. — Eine ernste Gefahr bedrohte sie auch im Anfang des siebzehnten Jahrhunderts; damals zählten sie 50 bis 60 Familien. Der rcchtsgelehrte Pierre de R o st egur> de Lancre wurde von Heinrich IV beauftragt, die Gegend an der Grenze der Pyrenäen von Hexenmeistern und Hexen zu säubern, und er hat seine Mission gewissenhaft mit grausamer Verfolgung der Angeschuldigten erfüllt. In seinem Buche, das er darüber zusammenstellte: i'lnorväulitö et mvsvrösnoo äu sortilöxs pleinemsnt convaincues. widmet er einige Kapitel den ,,Juden, Apostaten und Atheisten", klagte darin die von Bordeaux und Bayonne formlich an und verlangte für sie nichts Geringeres als Todesstrafe wegen ihrer Verbrechen. Die Anklage stützte sich auf die Angaben eines rabulistischen Advokaten, welcher der Rachsucht als Organ gedient hatte. ״Die Juden sind jeder Verwünschung würdig, und wie wahre Frevler an aller göttlichen und menschlichen Hoheit verdienten sie mit den größten Strafen belegt zu werden. Kohlengluth, geschmolzenes Blei, siedendes Oel, Pech, Wachs, Schwefel ihnen eingegossen, würden zusammen noch nicht hinreichend passende, fühlbare und grausame Qualen sein, um so große und schreckliche Verbrechen zu bestrafen, wie sie diese Leute gewöhnlich begehen." ״Und wenn die offenbaren Juden strafbar sind, so sind es

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