Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Zur Geschichte der Juden von Bordeaux
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 504 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829458-2829470-2869005--16483-2869046- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
504 Zur Geschichte der Juden von Bordeaux. Melanges Professor an der Universität von Guienne war und eine berühmte Druckofficin gründete.י) Am berühmtesten war die Marrannenfamilie G o v e a (Gouvea, Gobea). Zwei gelehrte Brüder aus Beja in Portugal, welche als Neuchristen verdächtig und von allen Aemtern ausgeschlossen worden waren, begaben sich um 1500 nach Paris. Der eine von ihnen Jacob Govea wurde Regent des Colleg St. Barbe in Paris, und der andere war Vater von vier durch wissenschaftliche Leistungen ausgezeichneten Söhnen: Martial, Jaques, Andrs und Antoine, die von ihrem Oheinr Jakob Anleitung zu den Studien erhielten. Der Aelteste der vier Brüder war Professor in Paris, Poitiers und -später in Coimbra in Portugal. Der dritte Bruder Andrö de Govea wurde zum Regens der Universität für Guienne in Bordeaux berufen (1534). Ter Geschichtsschreiber de Thon und der geistreiche Schriftsteller Montaigne haben sein Lob verkündet. Am lautesten spricht für seine wissenschaftliche Bedeutung, daß Skalig er, der König der Philologen, sein Schüler war. Der jüngste de Govea, Antoine, wird von de Thou gerühmt, daß er zugleich Dichter, Philosoph und Rechtsgelehrter war. Auch er war Professor in Bordeaux. Beide gelehrte Brüder haben mehrere stammgenössische Jünger und Professoren für die Universität Bordeaux herangezogen. Jakob de Teyve, F ernandes und Mathieu da Costa und I e h a n G e l i d a. a) Durch den Einfluß der Govea und anderer Stammgenossen, mit denen die Neuchristen, welche sich in Bordeaux niederlassen und dabei heimlich dem Judenthum treu bleiben wolltenim innigen Verkehr standen, gelang es diesen, ein Privilegium vom König Heinrich H zu erlangen. Dieses Privilegium war bisher nur dem Inhalte nach be- ')das. ') das. p. 99 fg.