Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Zur Geschichte der Juden von Bordeaux
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 502 (sequence 3)
- Language
- German
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502 Zur Geschichte -er Juden von Bordeaux Mischen Gleichstellung der Juden in Frankreich durch sie theils gefördert und theils gehemmt wurde. Aus Malvezins umfangreichem Werke erfahren wir, daß der erste, welcher sich mit der Geschichte dieser Gemeinde beschäftigt hat, nämlich Beaufleury, selbst ein verkappter Jude war; er hieß als Jude Benjamin Francia. >) Davon wußte D'Etchöverrr) nichts und daher ließ er dessen Angaben nicht als historische Data gelten. a) Aber gerade diese Angaben sind von hohem Werth für den Ursprung der Juden in Bordeaux. Wie sind einige Marranen darauf gekommen, sich in Bordeaux niederzulassen? Und durch welche Mittel ist es ihnen gelungen, die Erlaubniß dazu zu erhallen? Denn allzuleicht ist ihnen die Niederlassung wohl nicht geworden. Wie sehr sie sich auch als Christen maslirten, so ließen sich die Behörden und besonders der bigotte französische Hof nicht von diesem Schein täuschen. Alle Welt wußte, daß die Neuchristen mit ihrem christlichen Bekenntnisse es nicht so gar ernst nahmen. Wären sie gute Christen, so hätten sie in ihrem Vaterlande bleiben können. Die Auswanderung aus der pyrenäischen Halbinsel, diese Thatsache, auch ohne weitere Judicien, verdächtigte ihr Bekenntniß. Und doch hat gerade der bigotte Heinrich II ihnen das Privilegium zur Niederlassung und zum dauernden Aufenthalte in Bordeaux ertheilt. Es muß also etwas vorangegangen sein, welches ihnen die Thore von Bordeaux geöffnet hat, oder vielmehr Personen, welche sich für die sogenannten Neuchristen ganz besonders intereffirten, müssen ihnen diese Vergünstigung erwirkt haben. Dieses Moment war bisher völlig unbekannt. Durch Malvezin erfahren wir eine ganz neue Seite, als Borgeschichte zur Geschichte der Juden von Bordeaux. ') Malvezin p. 93. י) D’Etcheverry p. 5. Mr. Beaufleury, sans dcmte pour grossir son livre, y a introduit plusieurs anecdotes, dontil aurait eu grand' peiiie, je crois, a prouver rauthenfcicite.