Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Kritische Auslegung des neun und vierzigsten Psalmes
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 489 (sequence 9)
- Language
- German
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Kritische Auslegung des neun und vierzigsten Psalmes. 489 zum Geschlecht seiner Väter, auf ewig wird er das Licht nicht sehen." Denn statt לא יראו אוד Plural, was sehr störend ist, muß man mit LXX 0 1p eza 1 ipüg und Peschito לאנחוא נהורא, den Siugu l. setzen: לא יראר< אור. — Auch in diesem Passus liegt die Auferstehung angedeutet: er, der harte, selbstvertrauende Reiche, wird das Licht nimmer sehen, nachdem er zu seinen Vätern eingegangen sein wird, d. h. er wird keine Auferstehung haben. Daß V. 21 eine durchgängige Wiederholung von V. 13 und also ein Kehrvers ist, hätten die Ausleger ohne Weiteres und ohne Anstoß an der Variante ולא יבין einsehen sollen. Denn entweder — oder. Entweder man liest beide mal mit LXX und Peschito יבין : ov avvrjxs, Peschito (beide mal) בר נשא באיקרה לא אחבין, oder man liest beide mal ילין; das eine mal ילין und das andere mal יבין zu lesen und darin gar die Pointe eines NäthselsprucheS zu finden, ist Buchstabenknechtschaft und Spitzfindigkeit dazu. Das ולא יבין führt übrigens darauf, daß das ו vor ולא gar nicht zu diesem Worte, sondern zum vorausgehenden als Suffix gehört ארס ביקרו לא יבין oder richtiger לא ילין. So hat der syrische Uebersetzer beide mal gelesen, utib so stimmen beide Verse überein, nur daß anstatt בל in der ersten Strophe das gleichbedeutende לא in der zweiten steht. Auf diese Weise aufgefaßt, enthält der Ps. zwei Strophen mit ziemlich gleicher Verszahl, und die ersten 4 Verse 2—5 bilden den Eingang. Die erste Strophe setzt auseinander, daß die auf sich und auf ihren Reichthum vertrauenden hartherzigen Reichen trotz ihrer Zuversicht, stets in ihrer glücklichen Lage zu bleiben, dem Tode verfallen. Ihre Zuversicht ist nichts als Thorheit. Die zweite Strophe setzt auseinander, daß der Tod ihnen völligen Untergang bringen werde und sie der Auferstehung, welche lediglich den Frommen Vorbehalten sei, nicht theilhaftig werden werden: sie werden nimmer mehr das Licht schauen. Die zweite