Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Studien über die Tosifta II
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 7)
- Language
- German
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466 Studien über die Toststa II. senkt worden sei, huldigtem dem Brauch, auch gegen die Holz, kammer hin sich zu verneigen (6, 1). Wenn indeß dieser Brauch auf eineil nur engen Kreis beschränkt blieb, so hatte dies in der problematischen Motivirung der vorgeblichen Tradition seinen Grund. Es ist nämlich einst dem dienstthuenden Priester das Estrich in der Holzkammer ausgefallen, und weil dieser, nachdem er kaum einen Collegen auf diese Wahrnehmung aufmerksam gemacht hatte, plötzlich vom Schlage gerührt worden ist, glaubte man mit Bestimmtheit annehmen zu können, daß an dieser Stelle die Bundeslade versenkt sei. (6, 2). Von den dreizehn Thoren, nach deren Richtung hin man sich vemeigte, waren vier auf der Nordvier auf der Süd-, drei auf der Ost- und eines auf der Westseite. Die nördlichen Thore hießen: 1, das Jechonjah-Thor, weil der vorletzte König Judäa's durch dieses Thor in die Gefangenschaft gezogen ist, 2, das Opfer-Thor, durch welches die hochheiligen Opfer-Thiere hineingeführt wurden, 3, das Thor für die Frauen, 4, das Sänger-Thor, weil rnan durch dieses die Musikinstrumente in den Tempel trug; im Osten war das Nikanor-Thor mit 2 Seiten-Thoren ‘); auf der Südseite waren die den nördlichen parallel liegenden Thore von Ost gen West; 1, das Wasser-Thor, 2, das Bechoroth-Thor, 3, das Feu« erungs-Thor, durch welches das zum Altar nöthige Holz gebracht werden mußte, und endlich das am höchsten gelegene obere Thor; die zwei Thore auf der Westseite hatten keine besondere Namen.a) (6, 3) Die an verschiedenen Stellen des ') Hebet bie an bas Nikanor-Thor sich knüpfenbe Sage vergleiche man Joma 3, 10, Tosifta zu Joma cap. 2 Alinea 4 unb Mibdoth 2, 3. *) Diese nüschnaitische Relation über den Tempelban ist unmöglich alten Datums, sonst könnten nicht so viele Widersprüche zwischen den Referenten obwalten. Ich brauche wohl nicht erst daran zu erinnern, wie schwer es hält, die hier in Betracht kommenden Mischnajoth mit einander in Einklang zu bringen. Daß inan die Mischna in Schekalim obgleich sie anonym gehalten ist, auf Abba Jose ben Jochanan als deren eigentlichen Autor zurückführen müsse, bemerkt schon der Talmud (6, 2), aber die Widersprüche in Bezug auf die Thore, sind auch dann nicht gehoben, wenn