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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 10 · p. Seite 465

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 10
Article
Studien über die Tosifta II
Date
1875-01-01
Page
Seite 465 (sequence 6)
Language
German
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Studien über die Tostfta II. 468 Nesachim wurden im Tempel verabfolgt, Oel, das der Opfernde für sich selbst brauchte, mußte er vom Hause mitbriugen. *) Die zweite Hälfte dieses Alinea bezieht sich auf die letzte Mischna und ergänzt dieselbe insofern, als sie die Thatsache constatirt, daß nicht blos in Jerusalem, sondern auch in jeder Stadt geheime Armen-Cassen bestanden haben, um würdige Arme nicht beschämen zu müssen. Zu den Mischnajoth 4—5 finden sich keine Zusätze in der Tosifta, sie sind aber ausführlich genug gehalten, um jedweder Ergänzung oder Erklärung entbehren zu können. Im sechsten Perek sind es wieder die hier zu erwähnenden Behälter für die Schekalim, durch welche sich der Redakteur veranlaßt fühlt, so weit auszuholen, daß er die innere Einrichtung des Tempels eingehend bespricht. — In den Räumen des Tempelgebäudes waren dreizehn Geldstöcke angebracht, waren dreizehn Tische aufgestellt und gab es dreizehn verschiedene Stellen, an denen die Besucher des Hauses sich verbeugten. Diese Verbeugungen sollten der durch dreizehn Thore zum Ausdruck gelangenden Großartigkeit des Hauses gelten und zugleich auch die Ehrfurcht der Eintretenden bekunden. Das Patriarchenhaus und einzelne Priesterfamilien, denen ihre Vorfahren tradirt hatten, daß die Bundeslade nicht nach Babylon geführt, sondern vielmehr in eine unterirdische Vertiefung der Holzkammer ver- ') Die Tosifta will also blos sagen, daß in der Sache gar keine Differenz zwischen den Chachamim nnd den Asai obwaltet, denn selbst nach Letzterem mußte der חוטא דל trotz seines eigenartigen Billets ein Log Oel vom Hause niitbringen; der Sinn ist also derselbe als stände Dp ואף חוטא דל כדברי בן עזאי היה מביא לוגו. Der Verfasser des Minchath bikkurim weiß keinen Rath und er verräth auch seine Unsicherheit, wenn er sagt מביא לוגו עמו. עם החותם צריך להביא עור לוג ולרבנן דל חיח לוקח חותם גדי ועוד לוג מביא מביתו ולא עם החותם. Ich glaube auch nicht, daß irgend etwas nöthigt, den Text des Jeruschalmi, wie es der Gaon aus Wilna thut, zu emendiren; nach meinem Dafürhalten fragt der Talmud mit Recht ואי כבן ע!אי חוטא דל למה חי' מביא לוגו עמו, wenn es für den Armen ein anderes Billet als das mit dem Zeichen גדי gab, wenn er also für dieses mehr bekam, wozu mußte er noch vom Hause ein Log mitbringen? Stantel, atonatäWirtft xxiv. 10. 30

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