Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Familie Gradis
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829458-2829469-2868941--16425-2868979- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Familie Gradis. 455 ein Schloß zum Empfange seiner Familie und seiner Freunde bauen. Dort brachte er die Zeit von Freitag Abends bis Montag zu. Am Sabbattaq und an den jüdischen Festen gab es sür ihn kein Geschäft. Als ihn der Herzog von Richelieu an einem Sonnabend einlud, ihm in seinem Wagen am Sabbat Gesellschaft zu leisten, mochte er den Platz nicht einnehmen, und der Herzog war so liebenswürdig ihm zu sagen: ״Nun gut, so wollen wir zu Fuß gehen", und nahm ihn unter den Arm. Wie angesehen und beliebt er war, vergegenwärtigen folgende Züge. Als er schwer erkrankt war, ließen die Stadträthe von Bordeaux das Glockengeläute und die Kanonenschüsse am Johannisfeste ausfallen, weil dessen Wohnung dem Stadthause nah war, und der Kranke dadurch hätte erschreckt werden können. Die fran. zösischen Prinzen, welche später als Ludwig XVIll und Karl X zur Regierung gelangten, sandten während ihres Aufenthaltes in Bordeaux, als sie von Abraham Gradis' Erkrankung hörten, täglich ihren Arzt zu ihm. Sein Tod (1781) wurde von der christlichen Bevölkerung, wie von der jüdischen Geineinde von Bordeaux aufrichtig bedauert. Da er keinen Erben hinterließ; so ging das bedeutende Vermögen und das umfangreiche Geschäft auf seinen Neffen und Associö Moses Gradis, Sohn des Samuel Gradis über, des einzigen, dessen Nachkommen bis auf die Gegenwart sich erhalten haben. Der Stammbaum der Familie. Diego Gradis Anthoine Jacob Benjamin David II ״Moses^Ii Samuel Möses David l Abraham Abraham Jacob Benjamin csäet Benjamin sind Esther . L, , ־, verheir. mit Henn Moses Isaac Rodri gues. Moses Gradis I brauchte nicht weiter zu thun, als das bedeutend angewachsene Vermögen und das von selbst foctarbeitende Ge-