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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 10 · p. Seite 444

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 10
Article
Exegetische und historische Erläuterung des acht und sechzigsten Psalmes
Date
1875-01-01
Page
Seite 444 (sequence 12)
Language
German
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444 Exegetische und historische Erläuterung ׳ t 1 den V. סלו לרכב בערבות verlegt und darin eine Aufforderung erblickt haben, den Weg für Gottes bevorstehenden Auszug oder Triumphzug zu bahnen. Wir haben aber gefunden, daß dieser Vers nur ein poetisches Ornament ist und etwas ganz Anderes bedeutet. Auch die Zeitlage ist unverkennbar. Der Pf. setzt eine Zeit großer Gefahr für das ״Volk" voraus, der Tod bedroht es, der Feind hat es beinah im Nachen oder beinah in Meeresfluthen versenkt. Als Hauptfeind wird Aegypten bezeichnet, ״das Thier des Schilfes, die Rotte der Stiere, oder d er S tier-G ötter, die sich auf erpreßtem Silber wälzt; גער חית קנח עדת אבירים . . . מתרפס בר«, כסף. Es hat vom Volke viel Geld eingetrieben und es arm gemacht (vgl. Monatschrift Jg. 1874 S. 388). Aber neben Aegypten gab es noch andere Völker, welche an Krieg Wohlgefallen und Lust hatten (V. 31): עטים קרבות יחפש. Könige mit' großen Heeren standen auf dem Plane (V. 13) מלבי «באות. Bei Vergegenwärtigung dieser Situation fallen sämmtliche bisher geltend gemachte Conjecturen über Abfaffungszeit dieses Psalmes von selbst. Aus der Exilszeit, in welche es Hupfeld mit großer Emphase versetzt, kann der Pf. am allerwenigsten stammen. Denn es findet sich auch nicht eine leise Spur darin vom Exils und von der Hoffnung auf die Rückkehr. Ja, die Anspielung auf Aegypten schließt von selbst diese Zeit aus. Auch wird der Bestand des Tempels vorausgesetzt (V. 36) מהיכלך על ירושלם und (33. 36) נורא אלהים ממקדשיך. Plausibler erscheint auf den ersten Blick Reuß' Zeitannähme für diesen Ps. Er setzt die Abfaffungszeit in die Zeitepoche zwischen Alexander und den Makkabäern, als Seleuciden und Ptolemäer um den Besitz Judäa's mit einander rangen, und das Volk in äußere Schwäche war. Es war allerdings eine gedrückte Zeit. Allein bei nährer Betrachtung paßt auch diese Situation nicht. Denn der Psalm setzt eine feindliche

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