Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Aktenstücke zur Confiscation der jüdischen Schriften in Frankfurt a. M. unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 16)
- Language
- German
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400 Aktenstück zur Consiscation der jüdischen Schriften in Franks, a. M. wegen meine demüthige Bitt aus angezeigten Ursachen solche letzte Commission meinem gnädigen Herrn von Mainz überschickt und abzuschaffen und ob Etwas daraus in neuester Zeit gehandelt wär, dasselb cassiren und abzuthun und vernichtigen, auch einem ehrbaren Rath zu Frankfurt befehlen, ihnen ihre Bücher folgen zu lassen, doch mit Aufzeichniß der Bücher durch einen Rath zu Frankfurt zu besichtigen, auch mit Gelob die Bücher in ihren Synagogen und Häusern zu behalten bis zur Besichtigung derselben zu Frankfurt und nirgends anders als auch in solchem heimsuchen und Besichtigung billigst zu bestehen. Das will ein ehrbarer Rath zu Frankfurt mit E. K. M., die Gott der Allmächtige lang gefristen, wohl mit ihrem schuldigen Dienst aller Zeit zu verdienen willig seien". In dieser unbeholfenen Supplik sind drei Momente betont. Die Erhaltung der jüdischen Schriften sei nothwendig selbst im Jntereffe des Christenthums; die Religion und Schriften der Juden feien durch Privilegien der Kaiser und Päpste gewährleistet, und endlich Pfefferkorn sei widerrechtlich und nicht dem Mandat gemäß vorgegangen. Auch von andern Seiten scheinen Schritte zu Gunsten der Juden gemacht worden zu sein. Aus der Bemerkung des Bürgermeisterbuches ')unterschiedlicheJudenvon Chur- Mainz, Chur-Brand enburg, Hessen rc. um Verfolgung der angefallenen Bücher verschrieben worden," geht hervor, daß die Juden dieser Länder denn doch zu einem Gemeindetag in Frankfurt zusammengekommen sind. Diese mögen sich an die Ehurfürsten und Herren, unter denen sie standen, gewendet haben, daß ihnen himmelschreiendes Unrecht von dem Täufliug Pfefferkorn geschehen sei. Denn das genannte Bürgermeisterbuch macht auch diese Bemerkung: ״ohne Zweiffel auf der Juden vortHeilhaftes Ansuchenund von Churfürsten und andern Herren geschehenen In- ') das. S. 216 Anmerk.