Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Aktenstücke zur Confiscation der jüdischen Schriften in Frankfurt a. M. unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 9)
- Language
- German
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unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei. 393 jene sollten sie nach Angabe des ersten Mandats untersuchen. Dasselbe sollte der Erzbischof für alle Juden verfügen. Welche unter dem großen Adler «deutsch-römischen Reiche(?) sitzen." In diesem Commissionsschreiben war nicht erwähnt, daß er auf unsrer Seite sei, sondern der Kaiser bemerkte dem Erzbischof, daß ״ ״Seine Meinung sei nit, daß die I ü d i s ch h e i t wider die Billigleit beschwert werde."" ״Die Abschrift las uns der Sekretär am Freitag 28. Marcheschwan (11. Nov. am Tage nach dem Datum des zweiten Mandats) vor." Dis jüdischen Anwälte protestirten hierauf gegen die Commission und reichten eine zweite Supplik an den Kaiser ein, hatten aber keine Aussicht auf Erfolg. Sie erfuhren, daß die Wendung zum Schlimmem durch den Frankfurter Rath herbeigeführt worden, weil dieser gegen die Juden ausgesagt und Pfefferkorn bezeugt haben soll, daß sie (die Frankfurter Inden) sich gegen das erste Mandat aufgelehnt hätten; darüber seien der Kaiser und seine Räthe aufgebracht gewesen. Zum Schluß seines Berichtes forderte Jonathan Zion die Frankfurter auf, dafür zu sorgen, daß kluge Männer aus anderen Gemeinden beim Kaiser suppliciren und Geld mitbringen sollten. Sonst sei das Schlimmste zu befurchten, was nicht dem Papier anvertraut werden kann. Er bemerkt noch, daß ihm der Marschalk des Erzbischofs von Mainz Geld vorgeschossen habe, sonst wäre er im fremden Lande aller Mittel baar gewesen. Dem Bericht, welcher am 1. Kislew (14. Nov.) vollendet war, fügte Jonathan Tages darauf noch eine dringende Ermahnung an die übrigen Gemeinden Deutschlands bei, die Gefahr nicht gering anzuschlagen, vielmehr beredte Männer an den kaiserlichen Hof zu senden, um. sie abzuwenden. Auch Isaak Triest fügte in demselben Sinne eine Anschrift bei. Zweierlei geht ans diesem interessanten Bericht hervor. Innerhalb acht Tagen ist im Innern des Kaisers eine Umstimmung erfolgt. Er war zuerst geneigt, die Sache zu Gunsten der In-