Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Graecus Venetus [Rezension]
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 4)
- Language
- German
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Graecus Venetas. 375 nicht gerade durchwegs zwingend scheinenden Gründen, daß die ersten 101 Seiten des M. S.'s — von Genes. 1, 1 bis Exod. 7, 25 — vom Verfasser selbst geschrieben worden sein dürften, während der Rest eine Copie zu sein scheine, was Herr Gebhardt durch ein Facsimile zum Schlüsse veranschaulichen will. Aus diesem ersten Cap. heben wir ferner als bemerkenswerth hervor, daß der Charakter der Schrift, sowie das Pergament auf das 14. Jahrh. weisen sollen, daß, wie bei den hebr. Büchern, die Paginirung mit dem 1. Blatte rechts beginnt, daß der שירטוט beobachtet worden zu sein scheint,') daß an der Spitze einer jeden Seite einige halbverbrannte Zeichen sich finden, welche Herr Veludo in Venedig du er na, Herr Naumann in Leipzig avema — aye Maria liest. Im 2. Cap. zeigt Herr G., wie die Abtheitungen (fieqk — פרשה) in der Pentat euch-Uebersetzung den masoretischen völlig entsprächen, wie überhaupt die masoretischen Zeichen, gleichsam mit photographischer Treue, griechisch wiedergegeben wärm. Die Uebersetzung sei zweifellos aus dem hebräischen Urtexte unmittelbar geflossen. Nachdem näher auf die Weise des Vertenten eiugegangen wird, werden S. LII und LHI die Fehler zusammengestellt, welche der Vertent durch Verwechslung ähnlicher Buchstaben und dgl. begangen hat. Dies Register ließe sich übrigens noch bereichern. Als besonders grell heben wir hervor, daß der Vertent zweimal, darunter einmal sogar in der Genesis, für י״י — יהיה, daß er einmal (Num. 10, 33) für י״י in der significanten Verbindung ארון בריח י״י יהיה — las. Exod. 17,. 16 las er für 02 עליכם — על. Man wäre einen Moment geneigt zu glauben, der Vertent habe hier eine Conjectur machen wollen. Allein dem widerspricht die aus dem Ganzen ersichtliche Absicht, den Text so wörtlich wie mög-!ich wiedergeben und dann der Umstand, daß in der Version, wenn auch nicht gar zu oft, so doch auch nicht selten, Spuren einer überraschenden Ignoranz wahrgenommen werden. Insbesondere *) p. XXV : Lineae per totum codicem stilo ductae sunt.