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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 8 · p. Seite 369

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 8
Article
Zur Bibel-Exegese und Kritik
Date
1875-01-01
Page
Seite 369 (sequence 3)
Language
German
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Zur Bibel-Exegese und Kritik. die Kunst als eine Gabe Gottes, ist himmlischen Ursprungs, wie die Religion, und ihre Pflege ist von Gott gewollt. ') Was dieser Erklärung den Vorzug geben dürfte, ist der Umstand, daß die Namen der Söhne Noah's nomina gentilicia sind mit charakteristischer Bedeutung fiir die betreffenden Volksstämme und mit demonstrativer Hindeutung auf deren unterschiedliche'Lebens!- aufgaben. Sem (שם) führt seinen Namen mit sichlicher Hindeutung auf den Namen Gottes, dessen Anbetung und Verbreitung feine Aufgabe ist (נעשה לנושם ברוך השם Gen. 11, 4: כרוך ה׳ אלה* שם Gen. 9, 26). So! dürfte der Name Japhet (יפה) auf die Zuweisung der Kunst und ihrer Pflege deuten. Der Götzendienst brachte überall die Kunst zur Pflege, auch bei den ältesten Völkern, wie Ausgrabungen und Entdeckungen der neueren Zeit bewiesen haben. Der Monotheismus bildet scheinbar einen feindlichen Gegensatz zur Kunstpflege, welcher hier eine Lösung findet. Auch die Kunst, heißt es hier, entstammt Gott, und deren Pflege ist nicht ein Vorzug götzendienerischer Völker. Unbeschadet ihrer Kunstpflege werden die Völker Japhet's sich dereinst zum Gotte Sem's bekennen und mit den semitischen Bruderstammen, gemeinsain dem Monotheismus huldigend, einträchtig zusammen gehen. ״ הםDer Heiße, von Hitze Geschwärzte" mW Hi'ndeutüng auf das heiße Afrika und den so tarisch unterwürfigen Stamm der schwarzen Neger (Gen. 9, 26). Sem repräfentirt Asien, Japhet Europa, Cham Afrika, die ganze damalige (alte) Welt. 3. וינפש Exod. 31, 17. Die Deutung dieses Wortes hat ihre Schwierigkeit sowohl wegen der vermeintlichen Spnonpmität ') Aber alle Pflege der Kunst kann die Religion nicht ersetzen, denn die Aesthetik hat weder die Kraft, das Wahre finden, noch das Rechte thnn zu lassen; sie hebt den Menschen nicht über das Falsche Gemeine und Unsittliche. Davor ist der Mensch weder durch Umgebung von Kunstgegenständen, noch durch das bloße ästhetische (Anstands-) Gefühl gesichert. Frankel» Monatsschrift xxiv. 8 24

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