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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 8 · p. Seite 361

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 8
Article
Studien über die Tosifta II
Date
1875-01-01
Page
Seite 361 (sequence 11)
Language
German
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Studien über die Tosista II. 361 da das Steuerjahr mit diesem Tage seinen Anfang nahm, mußten auch alle Opfer mit neuen Schekalim תקלין חרתין bezahlt werden. Diese Genauigkeit erstreckte sich soweit, daß man auch die am Ende des Jahres restirenden Theile des Raucher- Werkes aus der neuen Geldhebe einlöste. Dieses Verfahren war insofern geboten, als man das vom Vorjahre herrührende Räucherwerk einerseits doch nicht ohne Weiteres in das neue Jahr mithinüdernehmen konnte und andererseits auch nicht vernichten durfte. Man behalf sich daher auf folgende Weise: Anstatt den mit der Zubereitung des Räucherwerkes vertrauten Personeu ihren Arbeitslohn auszuzahlen, erklärte man diesen Lohn als Aequivalent für den Nest des קטורת für heilig und legte ihn zu den Ueberschüssen der Geldhebe, während man das Räucherwerk den Verfertigern als Honorar überließ; die Reste des Räucherwerkes waren also חולין geworden, und man mußte sie kalim noch so dicht auf einander gelegen haben, so bekommen wir bei dem specifischen Gewichte geprägten Silbers zu 10,5 nicht mehr als 8700 halbe Schekalim heraus. Wenn demnach am ersten Nisan 26100 Personen ihre Steuer entrichtet hatten, so war dieses Geld für alle drei Kufen ausreichend. Nehmen wir ferner an, da es uns um das Maximum der Ausgaben zu thun ist, daß dieses Geld nur für sieben Wochen, und so viel lagen ja zwischen der ersten und zweiten Geldhebe, ausreichte, so betrugen die Ausgaben während des ganzen Jahres 182700 Halbschekalim. Wir kennen freilich die Seelenzahl der J,raeliten aus keinem Jahre während des zweiten Tempels, die Angaben Josephus, über die kurz vor der Zerr störung des Tempels zur Peßachfeier in Jerusalem erschienenen Israeliten sind Zu übertrieben, als daß man eineu Rückschluß auf die dienstfähigen Männer — d. h. vom zwanzigsten Jahre ab — wagen dürste. Nehmen wir indeß nur an, daß es blos zwei Millionen steuerpflichtige Israeliten gegeben, — und diese Zahl ist eher zu niedrig als zu hoch gegriffen, denn steuerpflichtig waren die Juden aller Länder und Provinzen — so ist das Verhältniß der Einnahmen zu den Ausgaben noch größer als 10: 1. Daraus kann man ersehen, welch immens große Schätze von Gold und Silber sich im Tempel angehäuft haben müssen. Nach den hier angestellten Berechnungen er giebt sich, daß man jährlich ungefähr 23 Centner Silber erübrigen tonnte. Dazu kommen aber noch die freiwilligen Spenden, die Gaben sür den Tempel-Fonds, und wenn man diese Summen nur für 3 Jahrhunderte zusammenaddirt, so erscheinen die Angaben Josephus über den Reichthum des Tempelschatzes eher zu klein als zu übertrieben.

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