Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 8 · p. Seite 355

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 8
Article
Studien über die Tosifta II
Date
1875-01-01
Page
Seite 355 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829458-2829467-2868807--16307-2868844
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Studien über die Tosifta ll. 355 nicht, weil sie blos das Wort, keinesweges aber den damit bezeichneten Zeitraum von 15 Tagen erklärt uitd er sucht demnach den Ausdruck aus dem Hebräischen als Bezeichnung für ״Hälfte" abzulecken. ’) Die Zusätze welche uns die Tosifta zu den anderen Theilen der ersten Mischua an geeigneter Stelle aufbewahrt hat, habe ich bereits in der ersten Studie nach Gebühr gewürdigt. Alinea 2 giebt einen Grund dafür an, warum, wie Mischna 3 erzählt, die Hohlgefäße uumerirt gewesen. Man durste nämlich nicht aus allen drei Kufen zu gleicher Zeit Geld entnehmen, sondern schon der Ordnung wegen mußte die erste Kufe ganz leer geworden sein, bevor man zur zweiten und ebenso auch diese, bevor man zur dritten schreiten konnte. Dieses Alinea hat iin Lauf der Zeiten einen Zuwachs bekommen, von dem es wieder befreit werden muß, und ich erlaube inir hiermit den Schluß-Passus, welcher mit den Worten שלמו שלשתן beginnt, hier zu streichen. Obgleich ich bald zeigen werde, wo derselbe an seinenl Platze ist, will ich doch diese Elimination sofort begründen. Würde dieser Passus zu unserem Alinea gehören, dann mußte man die Worte שלמו שלשתן auf die drei Hohlgesäße beziehen. Nun ist aber die Eventualität, daß die Geldhebe von 9 Saa vor Schabuoth oder vor Sukkoth verbraucht sein könnte, und man noch vor dem פרם תרגל Geld aus der Schatzkainmer nehmen müßte, an und für sich höchst unwahrscheinlich. Denn für die ersten sieben Wochen des Jahres sind neun Saa Silber mehr als zu viel, und auch für die zwischen dem Wochen- und Hüttenfeste liegende Zeit konnte die zweite Geldhebe niemals zu wenig sein, weil die Kufen schon zum großen Theil Goldmünzen enthielten. Aber aus dem in Rede stehenden Passus selbst gewinnt man die Ueberzeugung, daß das Wort שלשתן ') Daß R- Jose ben Jehuda פרם durch קודם wieder giebt, geht aus dem Wortlaut seiner Erklärung unzweideutig hervor. אין פרות מחמשה עשר יום קודם לרגל, d. h. ״Vor dem Feste" bedeutet nicht weniger als 15 Tage vorher, vgl. Bechoroth p. 58 a. 23*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.