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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 7 · p. Seite 327

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 7
Article
Studien über die Tosifta II
Date
1875-01-01
Page
Seite 327 (sequence 3)
Language
German
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Studien über die Tosifta 1l. 327 hierbei aller durch eine etwaige Veruntreuung eintreteuden Eventualitäten. Die jährliche Tempelabgabe wurde in der Hauptstadt, in den Provinzialstädten und Dörfern auf eine und dieselbe Weise entrichtet. Die Steuer zahlenden Bürger warfen unter der Aufsicht eines Beamten ihren Halbschekel in dazu beftinimte Geldstücke, aus welchen, nachdem die Liste geschlossen war, das eingelieferte Silbergeld herausgenommen und an die Schatz-Kammer abgeliefert wurde. Des leichtern Transportes wegen, war es den entfernter liegenden Städten gestattet, die Silbermünzen auf Golddareiken zu verwechseln. ') Für die Beförderung nach Jerusalem sorgten die Communal-Behörden, doch bot ihre Verantwoxtlichkeit den Steuerzahlern durchaus nicht die nöthige Gewähr, schon durch die Entrichtung der Personalsteuer ein für alle Mal ihrer Bürgerpflicht enthoben zu sein; denn es könnte immerhin der Fall eintreten, daß jeder Einzelne nochmals zur Zahlung angehalten wurde. Wenn nämlich die nach Jerusalem abgesendete Sunrme Geldes auf irgend welche Weife ab- Händen kam, bevor man anr ersten Nisan das für die nächste Zeit erforderliche Geld aus der Schatz-Kammer ausgehoben hatte, so mußte die betreffende Stadt den Schaden tragen und durfte, falls die verloren gegangenen Schekalim nachträglich aufgefunden wurden, weder die eine noch die andere Summe für das nächste Jahr zurücklegen. *) Nur wenn sich die Boten, denen ') Da der halbe Silberschekel nur ein Gewicht bis höchstens 7,17 Gramme hatte und die persische goldene Reichsmünze etwa 16,77 Gramme schwer war, da ferner das Werthverhältniß beider Metalle in älterer Zeit wie gewöhnlich angenommen wird, 1 : 10 ausmachte, so wurde die Temvelabgabe, indem man das Silbergeld auf Golddareiken verwechselte, über das Zwanzigfache leichter an Gewicht. Vgl. Zuckermann I. e. p. 16. '1 Di« Solidarität sämmtlicher Israeliten kam gleich bei der ersten Geld-Hebe, die man am I. Nisan aus der Schatz-Kammer genommen, insofern zum Ansdruck, als man ausdrücklich erklärte, die für dieses Geld zu beschaffenden Opfer kämen auch Alljenen zu Statten, welche ihre Steuer bereits c ntrichtet oder spater erst entrichten und einliefern werden. Wir kommen weiter unten auf dieses Verfahren ausführlich zu sprechen,

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