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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 7 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 7
Article
Aktenstücke zur Confiscation der jüdischen Schriften in Frankfurt a. M. unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei
Date
1875-01-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Aktenstücke zur Confiscation der jüdischen Schriften in Franks, a. M. Len? Der Erzbischof Uriel hat ihm das Zeugniß ausgestellt: ״genannten Pfefferkorn zier Erforschung solcher Sachen (der jüdischen Literatur) nicht genugsam und auch ungeschickt erkenne, und in die Gelehrten (Gelehrsamkeit) der heiligen Schrift gleicherweis nicht genugsam und ungeschickt erachten" (Nr. 6). In welcher Sprache hätte er schreiben können, da er nicht hebräisch verstand, und als Metzger auch nicht deutsch. Sämmtliche 11 Schriften, die seinen Namen tragen vom ״Judenspiegel" bis zu ״eine mitleidige Clag", sind Pseudepigraphien. Nicht er hat sie verfaßt, sondern die Kölner Theologen, die Dominikaner, nicht Llos die lateinischen, sondern auch die deutschen. Man muß daher über ihre Vermessenheit erstaunen, daß sie einen solchen Ignoranten und gemeinere Menschen mit dem Kaiser in Verbindüng gebracht und ihn so herausgestrichen haben, daß dieser keinen Anstand nahm, ihn zu seinem Mandator zu ernennen. Ich habe ferner die Vermuthung aufgestellt (das. S. XXVII), daß der Kaiser Maximilian dreimal seine Ansicht über die Verwerflichkeit der jüdischen Schriften geändert, daß er vier Mandate deßwegen erlassen, welche seine Schwankung beurkunden, und daß er in dem dritten befohlen hat, den Juden in Frank« furt die ihnen confiscirten Bücher zurückzugeben. Dieses Mandat, vermuthete ich, müsse zwischen März und 6. Juli 1510 ent« lassen worden sein. In unfern Aktenstücken findet sich dieses (Nr. 20); es ist ausgestellt 23. Mai 1510. — Ich habe ferner combinrrt, daß der Erzbischof Uriel sich der Juden ganz besonders angenommen haben müsse gegen Pfefferkorns Machinationen (das. B. XXV). Auch diese Combination wird durch die Aktenstücke bestätigt. Es finden sich darunter, wie angegeben, zwei Briefe von demselben, einer an den Kaiser, worin er gegen die Verwendung Pfefferkorns in dieser Angelegenheit protestirt und dem Kaiser darüber bescheiden den Text liest (Nr. 6), und einer an Hutten, der als sein ״Warschalk" in der Nähe des Kaisers war, .worin er ihm einschärfte, von dem Kai»

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