Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Aktenstücke zur Confiscation der jüdischen Schriften in Frankfurt a. M. unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
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unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei. 2S5 ser zu fordern, daß er dein Pf. keinen Befehl und keine Gewalt in solchen Sachen geben, und daß Hutten den Juden förderlich sein soll (Nr. 7). Pfefferkorn beklagte sich über unwürdige Christen, welche beu Juden beim Kaiser das Wort geredet haben, er klagte sie an, daß sie sich bestechen gelassen hätten, und dadurch sei es durchgesetzt worden, daß den Juden die constscirteu Schriften wieder ausgeliefert wurden. Aus diesen Aktenstücken lernen wir diese ,,unwürdigen Christen" kennen. Es' waren zunächst der Erzbischof und Churfürst von Mainz, Uriel von Meinningen, und sein Sekretair Hutten, ferner Bürgermeister und Rath von Frankfurt (Nr. 19), endlich der Markgraf von Baden und ein Marschalk Geld deck er (Nr. 18). Nach dieser Einleitung wollen wir die Geschichte dieser Confiscation, welche Veranlassung zu den Händeln zwischen Reuchlin und den Dominikanern und zum Kampfe zwischen den Humanisten und Dunkelmännern gegeben hat, chronologisch verfolgen, wie sie sich aus diesen Aktenstücken ergeben. Das erste Mandat des Kaisers, das er ihm ans Verwendüng seiner Schwester, der Aebtissin gegeben und einen mehr als zehnjährigen Kampf entzündet hat, nur auszugsweise durch Pfefferkorn in ״Lob und Ehr dem Kaiser" bekannt (Geschichte S. XXIV) ist hier vollständig (Nr. 2). Es ist an die Juden gerichtet. ״Wir Maximilian rc., entbieten allen und jeglichen Juden zu allen und unfern des Reiches Städten, Märkten und Flekken gesessen überall genieiniglich und etlichen in Sondernheit, daß wir glaubwürdig bericht seien, wie ihr in euren Synagogen, L ibreien, oder sonsten bei euren Händen haben sollt etliche ungegrünte unnützige Bücher und Schriften, die niet allein unserem heiligen christl. Glauben und desselben Folgen zu Schmach, Spott, Vertilgung und Uebel und auch wider die Bücher und Gesetz Mose und der Propheten, die doch ihr selbst zu glauben