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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 6 · p. Seite 258

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 6
Article
Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung auf das Culturleben der Völker
Date
1875-01-01
Page
Seite 258 (sequence 18)
Language
German
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258 Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung findet sich aber doch bei der jüdischen Sekte der Essäer. Für alles Andere finden sich die dentlichsten Anklänge rin Indenthum, oft sogar in wörtlicher Uebereinstimmung. So anch der Ausspruch der Epikuräischen Materialisten: Alles ist für den Leib (Mund). ׳) Selbst die skeptische Unzufriedenheit mit den Erfolgen der Wissenschaft und Forschung findet sich im jüdischen Schriftthum wieder. So: Das fortgesetzte Forschen mehrt nur die Unzufriedenheit; * *) über das, was dir fern liegt, forsche nicht! *) Auch die Nichtbefriedigung mit dem materiellen Genusse liegt in dem bekannten Ausspruche: ״Alles ist eitel." *) Ebenso behandelt das Buch Hiob den Zweifel an der göttlichen Wallung in der Welt, wie sich dieser auch in dem Ausspruche wiederfindet: ״Wir sehen es dem Sünder gut und dem Frommen schlecht ergehen", womit selbst schon der Prophet Maleachi (3,9) scheinbar übereinstimmt, der die Sünder fragen läßt: ״Welchen Gewinn haben wir von der Tugend? Wir sehen ja doch die Sünder glücklich preisen." Davon gingen die griechische Skepsis und die verschiedenen Versuche der Theodice aus. Es lassen sich der Beziehungen zwischen jüdischer Lehre und griechischer Weisheit noch viele auffinden. So die allegorische Deutung der griechischen Gottesmythen, welche dem Judenthum entnommen war, wo die allegoristrende Schriftauslegung neben der exegetischen sich vorfand. Dagegen ist die pantheisiische Be- Zeichnung Gottes mit Hamakom (der ״Ort" — an sich, als Begriff gedacht, das Weltall) dem Hellenismus entnommen. Die Gleichsetzung des ״Weisen" (Chacham) mit ״tugendhaft, fromm", wofür sonst Zadik ״der Gerechte, der Recht Thuende" oder Chafid ״der Liebesthätige" gebräuchlich war, ist ebenfalls auf griechischen Einfluß zurückzuführen. Ueberhaupt die wissenschaftliche ') Koh. 6, 7. *) Koh. 1, 18. *) Ben Sira S, 20. Chagig. 13 a. 4) Koh. I, 2 u. oft.

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