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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 6 · p. Seite 257

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 6
Article
Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung auf das Culturleben der Völker
Date
1875-01-01
Page
Seite 257 (sequence 17)
Language
German
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auf das Kulturleben der Völker. 25i gend gilt sogar als Bestimmung des Menschett und Zweck aller Studien, wofür wir jüdisch sagen würden: alles ״Lernens." Wenn die göttliche Bestimmung auch dabei nicht ausgeschlossen sei, so werde doch auch nichts ohne Mitwirkung des menschlichen Willens zur Ausführung gebracht. Die Stoa erklärt dieses Leben ebenfalls in jüdischer Weise als Vorspiel eines bessern und den Leib als Herberge des Geistes. Der Tod zerreißt die Fesseln des Leibes und wird als Geburtstag der Ewigkeit und Unsterblichkeit bezeichnet. Das himmlische Leben beherrscht Friede, Seeligkeit und höhere Erleuchtung, Wiedersehen und Belohnung. Der Todestag gilt als Gerichtstag, und der Gedailke hieran verleiht Kraft zum sittlichen Leben. Man glaubt dies Alles aus jüdischen Schriften zu lesen, und sie sind doch den griechischen oder de» von ihnen beeinflußten, römischen Philosophen entnommen. Dieser jüdische Geist und Einfluß beherrscht die heidnische Philosophie so sehr, daß bei aller Ausartung und Hinneigung zum Materialismus, selbst des Epikuraischen, in Bezug auf den Gottesbegriff immer noch ein reiner Theismus sestgehalten wird: Freilich artete auch diese Richtung bei Einigen in entschiedene Gottesleugnung und Sinnenlust aus. Die ursprünglichen Beziehungen der griechischen Philosophie zum Judenthum lassen sich auch dadurck Nachweisen, daß einzelne Aussprüche ihrer Schulen im jüdischen Schriftthum wiederkehren. So: der Weise muß seine Bedürfnisse und Begierden beschränken; er lebe von Wasser und Brod (vgl. damit Pirk. Ab. 6, 4). Man vernachlässige neben der Wissenschüft auch den Erwerb nicht. (?. Ab- 2, 2) Alan entgelte Beleidigungen nicht, sondern ertrage sie mit Rtthe. (öab. K. 93a) Man strebe nicht nach politischer Herrschaft, aber gehorche dem Gesetz und der Regierung. (P. Ab. 1, 10. 3, 2 Ier. 29, 8). Der Rath für den Weisen, der Ehe und Kindererziehung zu entsagen, widerspricht zwar den Grundsätzen des Judenthums, Sraakel, Monatsschrift xxiv. 617 ׳

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