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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 6 · p. Seite 256

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 6
Article
Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung auf das Culturleben der Völker
Date
1875-01-01
Page
Seite 256 (sequence 16)
Language
German
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256 , Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung ״Wort" (Memra) als die Materie und die Welt schaffende und ordnende göttliche Kraft eingeschoben. Am deutlichsten tritt diese Anschauung im neuplaionischen Judenthum Alexandrien's hervor, findet sich aber auch schon im hagiographischen und apokryphischen Schriftthum der Bibel, wie auch in den biblischen Targumen. Daß davon das Christenthum beeinflußt wurde, ist leicht begreiflch. Der Johannei'sche Ausspruch: ״Im Anfang war das Wort (Logos)" ist ein deutlicher Wiederhall davon. ״Logik" hat davon die Bedeutung ״Denkkraft des Geistes" erhalten und behauptet. Jnrmer aber huldigt Plato nicht der Annahme einer von Ewigkeit her vorhandenen Materie (Hyle), sondern läßt die weltlichen Dinge durch die göttlichen ״Ideen" aus dem Nichts geschaffen werden. Diese Ideen aber waren wirkliche Wesen, Geister, Engel, während sie bei Philo, dem Judenthum adäquat, im Denken Gottes ruhen. Das Christenthum dagegen nähert sich wieder dem Heidenthunr und nimmt diese Ideen als personificirte Wesen auf. Daher erscheint hier der Logos als der von ״Gott Vater" ausgegangene ״Sohn Gottes", welcher als Schöpfer und Regierer der Welt gilt, während Gott Vater in erhabener Zurückgezogenheit von der Welt lebt. Nach Plato schafft die Seele den Leib, während ganz materialistisch Epikur die Seele durch den Leib bestehen und mit diesem untergehen läßt. Im materialistischen Sinne liefert er auch den Beweis hierfür durch die Hindeutung darauf, daß der todte Leib sich im Gewicht nicht von dem lebenden unterscheide. Die Platonische Idee von der Präexisterrz der die Welt schaffenden Weisheit und Liebe Gottes findet sich auch im biblischen, apokryphischen und talmudischen Judenthum, ebenso im Christenthum. Plato faßt die Tugend ganz jüdisch als eine Nachahmung Gottes und leugnet auch dem entsprechend, heidnischer Lehre entgegen, das zwingende Fatuni. Denn Tugend setzt Willensfreiheit voraus. Die nachfolgenden Schüler vervoll- Händigten das System. Sie erklären: Das Streben nach Tu-

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