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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 6 · p. Seite 250

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 6
Article
Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung auf das Culturleben der Völker
Date
1875-01-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung fort. Aber weil diese nur formale Bedeutung hat, konnte sie Hellas keine reale Fortexistenz geben. Mit der Religion Griechenlands hängt auch sein politisches und sociales Leben zusammen. Auch dieses mußte Hellas den ewigen Untergang bringen. Wie wäre seine Fortexistenz denkbar bei den! Grundsätze, daß die Bildung und das Recht bei ihm allein sei, alle anderen Völker aber Barbaren seien, denen das Recht, zu besitzen und selbstständig zu handeln und zu leben nicht zukomme? Fremde und unterjochte Völker wurden daher in Griechenland Sclaven. Seine Religion hieß Gewaltthätigleiten gut und förderte Ausschweifung, Sinnlichkeit, Unzucht, erzog dazu durch ihre Götterlehre, wie durch ihren Götterdienst. Von Liebe und Versöhnlichkeit wußten die Götter nichts, ihr Leben gab nur Beispiele des Gegentheils: wie hätten die Menschen davon wissen können und danach leben sollen? Es gab nur eine Erziehung für Kampf und Krieg, eine Gymnastik des Leibes. Kampf- und Kriegsspiele gehörten zum religiösen Leben Griechenlands. Kinder, denen zu einer solchen Erziehung die leiblichen Vorbedingungen fehlten, schwächliche und verkrüppelte Kinder, wurden bei der Geburt oder schon in den ersten Iahren getödtet. Ja selbst die Liebe der Eltern zu den Kindern, welche selbst den. meisten Thieren mit sehr wenigen Ausnahmen von Natur d. h. von Gott eingepflanzt ist, also sicherlich auch dem Menschen nicht fehlt, wurde in Griechenland von Staats- und Religionswegen eher unterdrückt, als gepflegt. Die Aussetzung von Kindern, deren Tödtung war gestattet. Einem solchen Volke fehlte das Recht der Existenz, es hatte keine Kraft fortzuleben; es mußte untergehen und konnte nicht wieder aufleben. Vergleicheil wir damit im Gegensätze zum Heidenthum die Grundsätze des Judenthllins mit den ausdrücklichen Verboten götzendienerischer Unzucht und menschlicher Sklaverei, mit den Lehren vom Dasein Eines Gottes, der ein geistiges Wesen, all-

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