Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 5 · p. Seite 237

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension] / F.
Date
1875-01-01
Page
Seite 237 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829458-2829464--16162-2868667
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Recenston. äB7 die den Glauben an Erbsünde bei ihnen voraussetzen, wie Ber. Mb. 3. Schem. Rab. 13. Siegfrid erkennt auch einen Einfluß Philons auf das jüdische Mittelalter an und findet die Spuren desselben in der Kabbala und bei den jüdischen Neligionsphilosophen. Hier müssen wir sagen, beweist der Vers, entweder zu viel oder zu weuig. Zu viel, wenn es sich blos um die unmittelbaren Einwirkungen Philons auf die kabbalistischen und religionsphilosophischen Schriften des Mittelalters handelt. Denn ehe von solchen die Rede sein kann, müßte nachgewiefen werden, auf welchem Wege die Schriften Philons oder anderer jüdisch-hellenistischer Neligionsphilosophen dem jüdischen Mittelalter bekannt werden konnten. Es läßt sich aber im Gegentheil Nachweisen, daß keinerlei Kunde von Aristobul, Philon oder anderen jüdischen Hellenisten in demselben auzutreffen ist. — Zu wenig beweist Siegfrid, wenn alles das als Philonisch angesehen wird, was durch Vermittelung der neupythagoreischen und neuplatonischen Schulen, der Syrer und Araber von Philonischen Ideen in das jüdische Mittelalter eingedrungen ist. In diesem Falle könnte man auch bei den Arabern und den christlichen Theosophen des Mittelalters Lehren finden, die nicht minder philonisch sind, als die in der Kabbala von Siegfrid uachgewiesenen oder vermutheten. Ich erinnere hier nur an die Lehre von dem göttlichen Mittelwesen und der Ewigkeit des göttlichen Wortes, an die emanatistischen Lehren eines AlfarSbi und der nachfolgenden arabischen Peripatetiker. Noch größer ist die Zahl der an Philonische Vorstellungen anklingenden Gedanken bei persischen und arabischen Sufis, wie bei den christlichen Theosophen, ohne daß darum directer Einfluß Philons auf dieselben anzunehmen wäre. Wirklich interessant wäre übrigens ein Nachweis der zahlreichen directen Entlehnungen aus Philon, die seit dem fünfzehnten Jahrhundert bei den Humanisten und ihren Nachfolgern anzutreffen sind. Hat doch selbst ein Verächter des Alterthums wie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.