Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / F.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 6)
- Language
- German
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Rccenswn. 234 borgenen Wesen Gottes und den wirksamen Kräften herleiten, wie es Siegfrid (S. 140) thun möchte; zumal dafür diese Lehre der Anknüpfungspunkte an den Gott der griechisclien Philosophie und die Engel des Judenthums so viele vorliegen (s. Siegfrid S. 276). Es kommt hinzu, daß Philon keiner Religion so feindlich gegenübersteht, wie der ägyptischen: er kann daher den Grundgedanken seines Systems nicht in einem ägyptischen Mythos gefunden haben. — Der Gegensatz von Geist und Materie wird schwerlich milder ״arischen Anschauung von den beiden einander gegenüberstehenden Grundmächten Zarvana Akarana (dem leuchtenden Urgrund) und Ap oder Mitra (dem Himmelsgewäsfer)" zusammenzuhalten sein. Denn die bedeutendsten der griechischen Philosophen kennen jenen Gegensatz, und zahlreiche biblische Vorstellungen konnten ihn für Philon nur verstärken. Möglich wäre es allerdings, daß aus dem Avesta einige Lehreu in die Kreise des jüdischen Hellenismus eingedrungen sind. Denn trotz Preüer's Einsprache <Jahns Jahrb. 1836 p. 170) ist kaum daran zu zweifeln, daß um dieselbe Zeit und an demselben Orte, wo der Pentateuch ins Griechische übersetzt wurde, eine Uebersetzung des Avesta veranstaltet worden ist (Ritsch! Coroll. de bibl. p. 42; Dropsen Hellenismus H 43). Aber ob־ gleich somit der Annahme eines Verkehrs zwischen den Anhängern der Bibel und des Avesta Nichts im Wege steht (s. M. Müller Essays deutsche Ausg. I 136), so sind doch bis heute bei Philon die Lehren noch nicht nachgewiesen, welche nicht vollständig ans dem unter der Einwirkung griechischer Philosophie stehenden Judenthum zu erklären wären. Es gereicht dem Referenten zur Genugthuung, sehr häufig die Uebereinstimmung der vorliegenden sorgfältigen Forschungen mit den Untersuchungen constatiren zu können, die-von ihm zum Theil vor Jahren veröffentlicht worden sind. Nirgends finden wir z. B. bei Siegfrid jene gewaltsamen Versuche, in der vorphilonischen Litteratnr Philons Ideen aufzustöbern, wie sie zum