Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / F.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Reeenston. 281 tiife des philomschen Sprachgebrauchs von bleibendem Nutzen sein wird. Den eigentlichen Mittelpunkt des Werkes aber bildet eine ausführliche Darstellung und Würdigung der Philomschen Exegese >S. 166—256). Die Regeln derselben werden aus einem großen Material entwickelt, ihr Verhältniß zur Bibel wird untersucht und nachgewiesen, was an den wichtigsten Lehren Philons biblisch, was auf fremden Einfluß zurückzuführen ist. — Höä st lehrreich ist ferner der letzte Abschnitt des Werkes. Wer es noch nicht wüßte, welch unermeßlichen Einfluß Philon auf die Nachwelt geübt hat, dem könnte ein Blick auf die von Siegfrid zum ersten Male übersichtlich zusammengetragenen Belege zeigen, wie tief philonische Lehren in die Litteratur der alten Völker und in das Schristthum des Mittelalters eingedrungen sind, wie gewaltig die Bedeutung Philons für die Geschichte der Religion und der Philosophie ist. Besondre Anerkennung verdient das überall ersichtliche Streben des Verfassers, auch über die einschlägige jüdische Litteratur sich ein selbständiges Urtheil zu erwerben. Ueberall zeigt sich ein eingehendes Studium der Schriften Frankels, Graetz', Geigers, und auch weniger zugängliche hebräisch geschriebene Werke, wie z. B. die Napaports, sind sehr oft benutzt worden. In einem Werke vom Umfange des vorliegenden, das gründliche Kenntniß der klassischen, biblischen und talmudischen, der neutestamentlichen, patristischen und mittelalterlich-ekklesiastischen Litteratur voraussetzt, das viele Tausende von Citaten und Nach- Weisungen enthält, einzelne Fehler aufzustöbern, ist ebenso leicht, wie unedel. Wer möchte sich nicht lieber der hier dargebotenen vielfach neuen Erkenntnisse freuen, als über Einzelheiten kritteln? Nicht also um den Werth des Werkes zu schmälern, sondern um dem Verfasser zu bewe isen, mit welcher Aufmerksamkeit wir seinen Ausführungen gefolgt sind, mag hier das ausgezeichnet werden, was beim Durchlesen uns bedenklich erschien.