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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 5 · p. Seite 230

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension] / F.
Date
1875-01-01
Page
Seite 230 (sequence 2)
Language
German
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280 Recension. kien, in Chaldäa und Iran, in Indien und leider auch in China oder der — frühestens im 8. Jahrhundert nachweisbaren — Kabbala die Quellen der Philonischen Lehre aufsuchte, unterließ man es, das Nächstliegende zu erforschen: sein Verhaltniß zur jüdischen Litteratur. Und doch konnte ein Jeder sich sagen, daß Philon mit dem Schriftthum seines Volkes in tausendfacher Verbindung steht und daß sein wahres Wesen so lange Unverstandlich bleiben muß, als sein Verhaltniß zu dieser Litteratur nicht nach allen Seiten hin gründlich erkannt ist. Auch in der besten bisher gegebenen Schilderung des philonischen Systems, die von gründlichster Kenntniß desselben zeugt und über viele Punkte Helles Licht verbreitet — es kann natürlich nur die von Zeller in seinem Meisterwerke über die Philosophie der Griechen entmorsen e Darstellung verstanden sein — konnte Philon nicht zu seinem vollen Rechte kommen; denn in einer Geschichte der Philosophie kann mail nur den halben Philon, nur den Philosophen, nicht aber den Exegeten der heiligen Schrift kennen lernen. Das letztere aber ist Philon mehr als das erstere. Schon der Titel des vorliegenden Werkes erweckt die Hoffnung, hier endlich einige der wichtigsten Desiderate erfüllt zu sehen, und diese Hoffnung wird nicht getäuscht. Der Verfasser, der sich durch mehrere vortreffliche Schriften als ausgezeichneten Kenner Philons längst bewährt hat, bietet hier den Lesern die Früchte jahrelanger Studien und einer bewundernswerthen Gelehrsamkeit, welche sich nicht auf die philo- Nischen Schriften beschränkt, sondern auf das ganze Gebiet erstreckt, innerhalb dessen wir die Quellen und die Ausflüsse phitonischer Lehren zu entdecken hoffen dürfen. — Im 1. Abschnitt wird die Graecität Philons, insbesondere sein Verhaltniß zu Platon und Plutarch gründlich untersucht und zum ersten Male ein glossarium Philoneum mitgetheilt, das zwar keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit macht, aber doch für die Erkennt-

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