Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eine Hymne Samuel Hanagids
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 5)
- Language
- German
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Eine Hymne Samuel Hanagids. 223 Demnach differireu die Angaben Samuels und der arabischen Autoren bezüglich des Kampfes vor Alpuenta um einen Tag. Desgleichen scheint eine Differenz von einem Tage zwischen Samuel und den Arabern bezüglich des Termines der Hinrichtung Jbn Abbäs vorzuherrschen. Während diese nämlich nach den arabischen Quellen am Abende des 24. Septembers 1038 soll vollzogen worden sein, scheint Sanmel die Nacht vom 23. auf den 24. Septeinber im Sinne zu haben, wenn er (V. >00) sagt: כמו כן נהרג הרג נבלים בליל שמחת תעודה היקרה. Der Tag der Gesetzessreude fiel nämlich im Jahre 4799 auf den 24. September 1038. Daß Samuel an die Nacht nach שמתת תורה sollte gedacht haben, irr welchem Falle allerdings die letztere Differenz ausgeglichen wäre, ist nicht wahrscheinlich. Ob nun die Data der arabischeil Schriftsteller, ob die Samuels richtiger sind, darüber inaaßen wir uns kein competentes Urtheil an. Jedenfalls aber dürften Samuels sicherlich bald nach dem Geschehen der Ereignisse gemachten Aufzeichnungen bei der hohen Bedeutung, die er den Geschehnissen für sich und seine granadischen Glaubensgenosse», ja für die ganze Judenheit zuerkannte, besonders aber durch die Aufforderung zum Schluffe, die bezeichneten Tage als ein ״zweites Purim" zu feiern, hohe Beachtung verdienen. Vermuthlich dürften auch wirklich» in Granada, oder doch im Familienkreise Samuels — und wer hätte sich nicht gern der Familie des Hochangesehenen Staatsmannes angeschlossen? — die Tage der Erinnerung an die von Samuel besungenen Ereignisse festlich begangen worden sein; und dennoch dürfen wir uns darüber nicht wundern, daß selbst der gut unterrichtete ראב״ר darüber nichts überliefert; so wenig, wie die überaus seltene Erwähnung der Hymne uns befremden kann. Das traurige Ereigniß, das am 22. Nov. 1066 über R. Josef halevi, den Sohn unseres Samuel und über alle angesehenen Juden Granadas so jäh hereinbrach, mußte alle früheren Feste und Feiern vergessen machen. Den vom Blutbade Entkommenen