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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 5 · p. Seite 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 5
Article
Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung auf das Culturleben der Völker
Date
1875-01-01
Page
Seite 203 (sequence 11)
Language
German
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auf das Kulturleben der Völker. 20S welche die Versenkung in die griechische Philosophie durch Erweckung von Zweifelsucht, Geistesverwirrung und religiöser Abtrünnigkeit erzeugte. Vier Männer, wird erzählt, ergingen sich in einem Garten. Es ist nämlich bekannt, daß die griechischen Philosophenschulen die Sitte hatten, lustwandelnd zu lehren und zu disputireu (Peripatetiker d h. Lustwandelnde). Der Ausdruck: ״Vier Männer ergingen sich im Garten" bezeichnet daher ihren Eintritt in die griechischen Philosophenschulen und ihre Betheiligung an deren Lehren und Disputationen. Es waren Ben Asai, Ben Soma, Acher (Elischa den Abuja) und Miba. Der Erste fand den Tod, der Zweite wurde geistesverwirrt, der Dritte ein Gottesleugner und abtrünnig und nur der Vierte blieb an Leib und Geist unversehrt. Ueberall wird auf die Sittenlehre des Judenthums und auf sein heiliges Schriftthnm als die Urquelle aller Weisheit hingewiesen. Hierin zeichnen sich die beiden Sprnchbücher, das sogenannte Salomonische und das Sirach'sche ans. Das Letztere zählt zwar zu den Apokryphen und ist nur in griechischer Uebersetzung erhalten, war aber auch ursprünglich hebräisch geschrieben und gehört ebenfalls schon der ersten Zeit an, wo der Einfluß hellenischer Bildung und griechischphilosophischer Weisheit sich in Judäa geltend machte. Im Talmud finden sich häufige Anführungen aus dem Buche Sirach's. Das Buch Hiob ist ganz der Untersuchung über das Räthfei der göttlichen Wallung gewidmet. Das menschliche Geschick ist voll scheinbarer Widersprüche, und von jeher sind die Fragen über unverdientes Glück oder unverschuldetes Unglück aufgewor» fen worden und unbeantwortet geblieben. Auch Moses warf dieselben auf, aber nicht um sie zn beantworten, sondern um sie vom Standpunkte des Judenthums aus als unberechtigt und unlösbar hinzustellen. Gott ist nach der Lehre des Judenthunls das an sich Seiende (Ens), das Wesen, welches war, ist und sein wird, von dem wir blos wissen, daß es ist, aber nicht

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